Quelle: RCN - Radiobericht

Der Babyboom in den Dörfern der FARC geht weiter

„Nach 18 Monaten des großen Marsches, als die FARC ihre Waffen in Richtung der damaligen Sammlungsgebiete abgab, sind diese Territorien heute mit Babys und Kindern gefüllt.“ So beginnt ein Bericht vom großen kolumbianischen Radiosender RCN zu einer Reportage des Babybooms in der FARC mit Beispiel aus der Wiedereingliederungszone in Icononzo, wo wir als Tierra Unida ein Friedensprojekt zum Aufbau und der Ausstattung eines Kindergartens hatten.

Im Rahmen der Friedensverhandlungen der FARC mit der Regierung gab es hier im Vorfeld eine ungewöhnliche Zunahme der Schwangerschaften und in weniger als 12 Monaten sind etwa fünfzig Kinder geboren worden, so der lokale Anführer Alirio Arango. „Es wurden fast 50 Kinder im letzten Jahr hier geboren, die ein Indikator für die bedeutendsten unsere Verpflichtung für uns ehemalige Kämpfer mit dem Friedensabkommen ist, weil wir unsere Projekte im Privat- und Familienleben konsolidieren“, sagte er.

„An diesem Ort, der am oberen Rand der östlichen Kordillere von etwa 300 Menschen bewohnt wird, ist es immer häufiger üblich, in Häusern aus vorgefertigtem Material Gelächter oder Babygeschrei zu hören“, so die Reportage. In dem Bericht wird auch Marina mit ihrer kleinen Alejandra interviewt. Mutter Marina berichtet über die schwierigen Bedingungen, die sie in den ersten Monaten hatten, als das Dorf noch im Aufbau begriffen war und es an Unterstützung seitens der Regierung fehlte.

Die fehlende Unterstützung und die Lebensbedingungen der sich in das zivile Leben integrierenden ehemaligen Kämpfer war der ausschlaggebende Grund, uns in Kolumbien mit einem Friedensprojekt zu engagieren. Die Kinder sollten bessere und adäquate Bedingungen vorfinden, schließlich sind sie die neue Generation, die in Frieden aufwachsen kann und der Keim für ein friedvolles Land sind. Mittlerweile steht dort der Kindergarten und durch Tierra Unida konnten vor Ort zum Beispiel Kinderwiegen, Bettmaterial und Spielzeug angeschafft werden.

In der Reportage kommt Alirio Arango auch noch einmal zu Wort. Er hatte vor einigen Jahren ein Kind, aber erst jetzt, wo er eine Tochter erwartet, ist es ihm möglich, ein Vater zu werden. „Ich bin bereits der Vater eines außergewöhnlichen jungen Mannes, den ich nicht genießen konnte, weil mich das Szenario von Krieg und Gefängnis davon abgehalten hat. Aber jetzt in diesem neuen Szenario warten wir mit meiner Partnerin auf ein Mädchen, es ist die Gelegenheit, Rechnungen mit Leben zu begleichen, neue Zyklen neu zu beginnen, es wieder aufzubauen…“

Quelle: RCN - Radiobericht
Quelle: RCN – Radiobericht