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Die Minga in Kolumbien – vom indigenen zum sozialen Widerstand

Das Wort „Minga“ kennen mittlerweile alle in Kolumbien, nachdem die Proteste sich im ganzen Land ausbreiten. Es ist ein indigenes Synonym für „Gemeindearbeit“, aber auch für „Protest für das Gemeinwohl“. Seit mehreren Wochen, seit dem 10. März, halten nun Indigene, aber auch immer mehr bäuerliche und soziale Bewegungen mehrere große Transportrouten im kolumbianischen Land besetzt. Es fing alles an der berühmten Panamericana an und von dort breitete sich der soziale Protest auf andere Provinzen und Straßenverbindungen im Land aus.

Die Proteste der aktuellen Minga zur Verteidigung von Leben, Territorium, Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden im Südwesten Kolumbiens begann in den Provinzen Cauca, Valle del Cauca und Nariño, in jenen Provinzen, die besonders stark vom Konflikt betroffen waren und es auch immer noch sind. Gesteuert wurden die Proteste der verschiedenen indigenen Gruppen vom Indigenen Regionalrat des Cauca, CRIC. Ziel sind Straßenblockaden, Demonstrationen und andere politische Aktionen, die alle gewaltfrei verlaufen sollen.

Die Protestierenden fordern die Erfüllung von unerfüllten Vereinbarungen zwischen der indigenen Bewegung und der kolumbianischen Regierung. Vor allem geht es um die Sicherheit, aber auch um die eigenen bürgerlichen, politischen, kulturellen, wirtschaftlichen, kollektiven und ökologischen Rechte. Sie verweisen auch auf das Friedensabkommen mit der FARC, dass auch die Territorien der Indigenen im Mittelpunkt hat und die speziell gefördert werden sollen. Die Regierung unter Duque verneint dies und sagt, dass die Vorgängerregierungen dafür verantwortlich sind. Bisher will er sich nicht mit den Demonstrierenden an einen Verhandlungstisch setzen.

Stattdessen reagiert die Regierung mit Gewalt auf die immer größer werdenden Proteste und setzt unter anderem die mobile Aufstandsbekämpfungseinheit (ESMAD) ein, um die Blockaden aufzulösen. Auch Militär ist stark in den Regionen präsent. Es gibt eine zunehmende Militarisierung, Verletzte und Verhaftungen. Dabei sind die Proteste legitim, denn der Staat hält seine Verpflichtungen nicht ein und erhöht sich die Zahl der systematischen Morde an der indigenen Bewegung. Auch internationale Organisationen sprechen von einer humanitären Krise.

Solidarisieren wir uns also mit der Minga zur Verteidigung von Leben, Territorium, Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden, so wie es derzeit viele kolumbianische und internationale Bewegungen tun.

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