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Spannungen in der Provinz Caquetá

In der südkolumbianischen Provinz Caquetá, wo Tierra Unida ein Friedensprojekt zum Aufbau eines Kindergartens unterstützt ist die Sicherheitslage prekär. In den Fokus ist die Region geraten, weil nun bekannt wurde, dass bei einem Bombenangriff der Armee Ende August 2019 auf ein Camp einer abtrünnigen FARC-Gruppe auch bis zu 18 Minderjährige getötet wurden, die von der Guerilla rekrutiert worden sind. Wegen dieses Skandals, der vertuscht werden sollte, musste der Verteidigungsminister sein Amt aufgeben.

Nach Angaben der Stiftung Frieden & Versöhnung (Pares) ist die Sicherheitslage in der Provinz sehr angespannt. So sind seit dem Friedensabkommen mit der FARC 11 soziale Aktivisten in dieser Region ermordet worden, sieben von ihnen bereits in diesem Jahr. Zudem sind wurden im gleichen Zeitraum 10 ehemalige Kämpfer der FARC getötet, die sich im Prozess der Wiedereingliederung befunden haben. Auch gibt es wieder verstärkt Kämpfe zwischen bewaffneten Akteuren und Vertreibungen der lokalen Bevölkerung. Auch Zwangsrekrutierungen von Minderjährigen werden wieder mehr.

Dies verdeutlicht, wie schwierig die Situation in Kolumbien, beziehungsweise in einigen Regionen ist. Umso wichtiger ist es, Projekte zur Wiedereingliederung ehemaliger Kämpferinnen und Kämpfer sowie generell Investitionen in sozioökonomische Projekte zu tätigen. Bewaffnete Akteure haben oftmals nur dort eine Chance, wo keine staatlichen Strukturen ausgeprägt und die Lebensbedingungen prekär sind. Der Aufbau einer sozialen Infrastruktur hingegen, wie zum Beispiel in unserem Fall ein Kindergarten in Agua Bonita (Gemeinde La Montañita), sind Investitionen in die Zukunft einer Region.

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