Guayaquil

Ein poetisch-politischer Bericht von Galo aus Ecuador

Ein poetisch-politischer Bericht von Dr. Galo Alvear Vitery, unser Tierra Unida-Mitglied aus Salitre (Provinz Guayas), über die aktuelle Situation in Ecuador:

„Dort können sie sehen, wie groß das Geschehen in Guayaquil ist, das mit keiner anderen Stadt des Landes vergleichbar ist. Diese friedliche Stadt erhielt eine Bombe aus der Luft in das Herzen der Stadt wie Hiroshima. “

Das waren die Worte der Bürgermeisterin von Guayaquil in einem Interview von Ecuavisa. Sie wies auch darauf hin, dass „ihre Gemeinde nicht gewartet hat, sondern wie die Spartaner nach dem Feind gesucht hat, um ihn in einer Kriegswirtschaft zu bekämpfen.“

Aufgrund ihres politischen Hintergrunds und ihrer arroganten Handlungsweise, die sie sogar dazu veranlasste, den Flughafen zu schließen, um die Landung eines humanitären Fluges zu verhindern, kann gefolgert werden, dass sie im Fall von Hiroshima auf der Seite derer gewesen wäre, die die Bombe abgeworfen haben und nicht bei den massakrierten Japanern, genauso wie in der Schlacht bei den Thermopylen, notwendigerweise ihre bedingungslose Unterstützung für den persischen König Xerxes und nicht Leonidas, den Verteidiger seines Volkes.

Weder die Bürgermeisterin noch ihr Gesprächspartner sagten etwas über die Ankunft von Patient 1 und der Kontaminationsfeier, es wurde nichts über das Fußballspiel in vollem Alarmzustand gesagt und nichts wurde über den falschen Arzt gesagt, der die Tests unterschrieben hat, die gemacht und verarbeitet wurden und das positive Ergebnis an nur einem Tag übermittelte.

Die Anordnung ist total, Quarantäne und Ausgangssperre bei der Miliz sowie der Zivil- und Kommunalpolizei. Auf das niemand rausgeht! … Die Wahrheit ist, dass wir alle unter demselben Ungewitter sind, aber auf verschiedenen Schiffen; Einige, die wenigsten, bei All-Inclusive-Kreuzfahrten und die meisten in Kanus oder Paddelbooten ohne Essen, ohne Zugang zu Medikamenten, ohne Arbeit, ohne Geld und mit Toten in ihren Häusern.

Klassenunterschiede sind heute mehr denn je offensichtlich und lassen keinen Zweifel offen.

Hat jemand von dieser Pandemie profitiert? Ich würde sagen, dass es wie immer die großen transnationalen Unternehmen sind, die Arznei, Impfstoffe usw. herstellen. Und natürlich die Besitzer von Google, Facebook sowie Internet- und Handyanbietern. Banken verlieren nicht und die großen Filialisten, die Lebensmittel und Vorräte liefern, auch nicht. Die Politiker, verabscheuungswürdige Charaktere, die versuchen, ihr Glück mit dem Schmerz und dem Tod derer zu machen, die sie ins Amt gebracht haben, derer, die ihnen mit ihren Stimmen Arbeit gaben, als sie ihre Viertel besuchten, in die sie nie wieder Fuß fassen werden und die Menschen Arbeit versprachen: Stimme für mich, stimme für mich.

Im großen Universum der Verlierer nehmen die Studenten einen hohen Platz ein. Online-Kurse, sagte der Außenminister, in einem Land, das sie von der dritten in die vierte Welt hievten.

Das Gesundheitssystem wurde schwer bestraft: Die Ärzte, Krankenschwestern, Sanitäter usw. wurden in schlecht bezahlte, schlecht geschützte und unbeständige Arbeiter verwandelt. Die Patienten wurden in Klienten verwandelt; Wissenschaft wurde ein Geschäft…

https://www.eluniverso.com/noticias/7785484/mapa-coronavirus-covid-Ecuador

 

Als José Arcadio Buendía bewusstwurde, dass die Pest ins Dorf eingedrungen war, berief er die Familienvorstände, um ihnen zu erklären, was er von der Schlaflosigkeitskrankheit wusste., und man besprach Maßnahmen, um zu verhindern, dass die Plage auf andere Siedlungen des Moores übergriff. So nahm man denn den Ziegenböcken die kleinen Schellen ab, welche die Araber gegen die Papageien geliefert hatte, und stellte sie am Dorfeingang denjenigen zur Verfügung, welche die Ratschläge und Bitten der Wachposten in den Wind schlugen und darauf bestanden, das Dorf zu besuchen. Jeder Fremde, der zu jener Zeit Macondos Gassen durchwanderte, musste seine Schelle erklingen lassen, damit die Kranken wussten, dass er gesund war. Während seines Aufenthaltes durfte er weder essen noch trinken, da kein Zweifel darüber bestand, dass die Krankheit sich nur durch den Mund übertrug und dass alles Ess- und Trinkbare von der Schlaflosigkeit angesteckt war. Auf diese Weise wurde die Plage auf den Umkreis des Dorfes beschränkt. Die Quarantäne war wirksam, so wirksam, dass der Tag kam, an dem der Notstand als etwas Natürliches galt und das Leben sich so einrenkte, dass die Arbeit ihren Rhythmus wiederfand und niemand mehr der überflüssigen Gewohnheit des Schlafens nachtrauerte.

(Gabriel García Márquez, Hundert Jahre Einsamkeit)

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