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Damals: Als Tierra Unida noch Nicaragua unterstützte

Die Zeit verrennt – und so auch die Jahre von Tierra Unida, dem Lateinamerika-Arbeitskreis aus Potsdam. In vielen Gesprächen und Diskussionen wird immer wieder klar, wie alt unser Verein eigentlich ist und wie präsent er auch schon vor über 30 Jahren war. Gerade im Zuge der Debatte um „30 Jahre politische Wende“ wurde klar, wir waren damals in der Opposition und Teil einer großen Bürgerrechtsbewegung, die Veränderungen wollte.

Aber auch damals schon gab es Solidaritätsprojekte mit anderen Ländern im Süden, wie Nicaragua, dass seit jeher in der staatssozialistischen, aber auch nichtstaatlichen Solidaritätsbewegung, eine große Rolle spielte. Immerhin erkämpfte die dortige Bevölkerung gegen eine Diktatur ihre Freiheit und versuchte mit einem vom Ostblock geförderten sozialistischen Modell einen alternativen Sozial- und Wirtschaftsweg in Lateinamerika.

Fundstücke aus der Zeit, die das Engagement, die Arbeit und die Debatten im Lateinamerika-Arbeitskreis prägten, gibt es leider nur wenige. Umso wichtiger erscheint es uns, die verbliebenen Fundstücke und Schnipsel der Arbeit von Damals zu präsentieren. Im Archiv der Tageszeitung Neues Deutschland (ND) vom 08.10.1992, auch online einsehbar, gibt es unter anderem folgenden Artikel bzw. Vorstellung des Vereins Tierra Unida. Achtung: Die Adresse und die Kontoverbindung stimmen schon lange nicht mehr…

 

VORGESTELLT

tierra unida

Der Potsdamer Lateinamerika-Arbeitskreis „tierra unida“ durchlief eine für unabhängige DDR-Organisationen typische Entwicklung. Es begann 1983 unter dem Dach der Erlöserkirche mit dem Packen von Paketen für Tansania. Mitte der 80er Jahre knüpften die Enthusiasten Kontakt zu anderen Organisationen über das Netzwerk INKOTA. Nach der Wende lösten sie sich von der Kirche und wurden zum eingetragenen Verein.

Sie stellten Nikaragua wegen des alternativen Sozialismusmodells in den Mittelpunkt ihres Interesses und organisierten Informationsveranstaltungen und konkrete Hilfsaktionen wie Brillen oder Schuhsammlungen für Nikaragua. Doch wirken wollen sie nicht zuletzt im eigenen Land. „Bewußtseinsbildung“ ist ihr Schlagwort. Informationen über die Unterdrückung in der „Dritten Welt“ sollen dazu beitragen, daß wir im Norden umdenken und bewußter handeln und auch einkaufen. In einer Kaffeekampagne z.B. riefen sie dazu auf, nur Kaffee zu einem gerechten Preis, also dem aus den „Dritte-“ oder „Eine-Welt- Läden“ zu kaufen.

In Nikaragua unterstützt tierra unida zusammen mit FUNCOD (Fundacion Nicaraguense Para la Conservacion y Desarollo) ein Projekt, das die Bauern zu einem umweltbewußteren Umgang mit ihrer einzigen Wasserquelle, dem Rio Grande, veranlassen soll. Zum Thema 500 Jahre Conquista werden in Potsdam Filmvorführungen und Ausstellungen veranstaltet.

Kontakt: tierra unida, Berliner Str. 49 (Haus der Jugend), O-1560 Potsdam

Spenden: Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam, Konto-Nr.: 331 023 563, BLZ: 160 521 02

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