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Zum Tod von Joachim Briesemann

Pressemitteilung

Zum Tod von Joachim Briesemann

Potsdam verliert Streiter für eine solidarisch-ökologische Transformation

Potsdam 19.08.2019:

Erstaunt und erschüttert nahmen die Engagierten des Lateinamerika-Arbeitskreises tierra unida e.V. am letzten Donnerstag die Nachricht vom Tod von Joachim Briesemann auf. Am 15.08.2019 hatte der Verein zu einem erweiterten Plenum zu einem Bericht von Christian Raschke zum neuen Friedenprojekt in Kolumbien eingeladen. Niemand hatte mit einer solchen Nachricht gerechnet. Eigentlich war geplant gewesen, sich nach den Sommerferien auch wieder mit Joachim Briesemann zu treffen.

Achim Briesemann gehört zu den Gründer*innen des Potsdamer Lateinamerika-Arbeitskreises. Er engagierte sich aber auch darüber hinaus sehr vielfältig, unter anderem in der Kiezgemeinde und im ökumenischen Ökologiekreis Potsdam.

Bereits 1983 noch als Gruppe unter dem Dach der Erlösergemeinde hatte sich tierra unida zusammengefunden, um sich mit den Themen der damals noch so genannten „Dritten Welt“ zu beschäftigen. Der Fokus der Gruppe richtete sich schnell auf Lateinamerika aus. In der Wendezeit war die in der Bürgerrechtsbewegung verhaftete Gruppe in Potsdam sehr aktiv. Mit Aktionen wie der Klagetrommel nach dem Tiananmen Massaker in Peking und mit Straßenaktionen wie dem Schuhputzen in der Potsdamer Brandenburger Straße machte sie auf Ungerechtigkeit und Lebensumstände in anderen Teilen der Welt aufmerksam. Für Achim gab es immer eine sehr enge Verbindung zwischen den Themenkreisen Solidarität mit den Menschen in der Einen Welt und der Kirche. Die Theologie der Befreiuung und die damit verbundene Empörung über Unrecht und Ausbeutung knüpfte dieses Band. Nach der Wende, wurde es vielen Mitgliedern der Gruppe endlich möglich nach Lateinamerika zu reisen. Aus dem losen Arbeitskreis wurde ein Verein und eine der ältesten entwicklungspolitischen Institutionen im Land Brandenburg. In den Jahren nach der Wende war es noch schwer Informationen über Lateinamerika und Kontakte mit Menschen dort zu halten. Briefe brauchten viele Wochen bis zu ihren Empfängern, Telefonate waren teuer. Achim Briesemann war ein emsiger Sammler und Verteiler der Informationen in seinem Umfeld, sei es in der Gemeinde, beim Bäcker oder Gespräch auf dem Bassinplatz. Er informierte sich über alle verfügbaren Quellen, über Veranstaltungen des Vereins mit Menschen aus Lateinamerika. Damit vertiefte er sein Bild über die sozialen Bewegungen in Lateinamerika. Viele Jahre trafen sich die Aktivisten jeden Donnerstag, planten Gesprächsrunden und Seminare mit Menschen aus Lateinamerika, Projektanträge und Spendensammlungen für das Gesundheitsprojekt von tierra unida in Salitre/Ecuador und Joachim Briesemann war viele Jahre eine treibende und ordnende Kraft im Verein. Selbst war er nie in Lateinamerika. Das hat seinem Interesse und Engagement aber keine Grenze gesetzt. Für die meist deutlich jüngeren Mitglieder des Vereins war es eine große Bereicherung eine erfahrene und auch in anderen Altersgruppen gut vernetzte Person zu haben.

In Potsdam hat Joachim Briesemann viele Impulse gesetzt. Als eine der ersten Organisationen machte tierra unida die Potsdamer Öffentlichkeit auf das Instrument des Bürgerhaushalts aufmerksam. Unter dem Motto „Vom Süden Lernen“ hat der Verein den Weg für dieses heute etablierte Beteiligungsmodell aus Brasilien nach Potsdam mit bereitet. Nicht durchgesetzt hat sich dagegen die Idee von Solar-Wassertaxis auf der Havel. Bereits um die Jahrtausendwende versuchte Achim das Thema Menschen im Potsdam nahe zu bringen. Vielleicht lag er mit einigen Ideen etwas vor seiner Zeit. Erfolgreicher war er dafür in seinem Einsatz für Solarenergie auf den Dächern der Kirchengemeinden.

2010 erhielt Joachim Briesemann den Ehrenamtspreis der Stadt Potsdam in der Kategorie International. In den letzten Jahren seines Lebens wurde es aber doch schwerer sich weiter zu engagieren. Mit der zunehmenden Digitalisierung wurde es für Achim schwieriger die Informationen von Emails, Online-Nachrichtendiensten und sozialen Medien zu verfolgen.

Achim Briesemann ist, für viele überraschend am 9.8.2019 verstorben. Am heutigen 21.8. erweisen ihm Familie, Freunde und Wegbegleiter*innen eine letzte Ehre. Potsdam verliert damit eine besondere Persönlichkeit.

Joachim Briesemann  (2. Person von rechts) bei einer seiner letzten Veranstaltungen in der Heilig-Kreuz-Gemeinde im Juni 2018
Joachim Briesemann (2. Person von rechts) bei einer seiner letzten Veranstaltungen in der Heilig-Kreuz-Gemeinde im Juni 2018

Altes und neues Friedensprojekt in Kolumbien

Am vergangenen Donnerstag, den 15.08.2019, berichtete Tierra Unida-Mitglied Christian Raschke über seinen Besuch beim Friedensprojekt in Icononzo/Kolumbien. Dort unterstützte Tierra Unida den Aufbau eines Kindergartens in einer sogenannten Wiedereingliederungszone von ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfern der FARC. Das Projekt wurde im vergangenen Sommer abgeschlossen. Zeitgleich nutzte Christian Raschke den Besuch in Kolumbien, um eine Fortsetzung des Friedensprojektes zu forcieren. So wurde am Donnerstag auch das neue Friedensprojekt vorgestellt, den Aufbau und die Unterstützung zur Ausstattung eines Kindergartens in Agua Bonita. Dazu wird wieder eine Spendenkampagne geschaffen. Alle Projektinformationen finden Sie hier: Friedensprojekt in Kolumbien

Niemanden zurücklassen! Für eine weltoffene, solidarische Gesellschaft – gerade jetzt!

Eine Positionierung ostdeutscher entwicklungspolitischer NRO und Einrichtungen

Wir, das sind entwicklungspolitische Vereine und Initiativen, Landesnetzwerke, Weltläden, Migrantisch-Diasporische Organisationen und eine Stiftung in Ostdeutschland und Berlin. Wir arbeiten auf internationaler und kommunaler Ebene, in Städten wie in ländlichen Gebieten, mit unterschiedlichen Zielgruppen. Wir sind ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierte aus diversen Kontexten, mit unterschiedlichen Erfahrungen und Geschichten. Die einen von uns sind selbst von Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus betroffen, die anderen nicht. Diese Diversität bringt Herausforderungen mit sich, birgt jedoch auch viele Chancen. Gemeinsam sind uns unsere Werte und Prinzipien als Grundlage solidarischen Handelns sowie unsere Vision von einer weltoffenen, gerechten und nachhaltigen Gesellschaft. Die Bewahrung des Planeten durch eine sofortige Kursänderung in der Klima-, Energie- und Wirtschaftspolitik ist für uns elementar.

Positionspapier als PDF

Offenes Treffen und Informationen zum Friedensprojekt in Kolumbien

Der Lateinamerika-Arbeitskreis Tierra Unida lädt alle interessierten Personen zum offenen Treffen am Donnerstag, den 15.08., zu 19.30 Uhr in den Buchladen Sputnik ein. Im Vordergrund des Treffens stehen Informationen und Fotos vom Besuch des Friedensprojektes in Icononzo (Kolumbien). Des Weiteren wollen wir die Idee unseres nächsten Friedensprojektes, ebenfalls die Unterstützung zum Aufbau eines Kindergartens in einer anderen Wiedereingliederungszone, vorstellen. Wie üblich diskutieren wir auch über aktuelle politische Themen aus ganz Lateinamerika.

Besuch im Kindergarten von Icononzo

Christian Raschke, Mitglied bei Tierra Unida, besuchte im Juni den Kindergarten in der Wiedereingliederungszone von Icononzo, der im Rahmen des Friedensprojektes unterstützt und mit aufgebaut wurde. Valentina, die Projektverantwortliche vor Ort, vermittelte Christian an Maria, die dort als Erzieherin arbeitet. Mit Maria konnte sich Christian unterhalten und sich ein Bild vom Kindergarten machen. Rund zehn Kinder gehen derzeit regelmäßig in die Kita, 50 Kinder gibt es derzeit in der Wiedereingliederungszone und den nahen Fincas im Dorf La Fila.

Einige Kinder warten derzeit auf die Aufnahme in die Kita, dafür sind zum Beispiel Impfungen notwendig. Maria wird vom Staat finanziert, mit dem Mittagessen, welches in der Kita für die Kinder angeboten wird, ist dies die einzige staatliche Unterstützung. Das Haus, die Ausstattung und die Spielsachen wurden durch Spenden finanziert. Neben einer Küche gibt es auch eine kleine Bibliothek für Kinder in dem Haus. Geplant sind demnächst noch die Gestaltung der Außenanlagen. 

Christian mit Maria im Kindergarten
Christian mit Maria im Kindergarten
Kindergarten in Icononzo (Bildmitte)
Kindergarten in Icononzo (Bildmitte)

Potsdamer Oppositionelle in der DDR Gedenken an das Tian’anmen Massaker

Zum Jahrestag an das Trommeln in der Erlöserkirche veröffentlichte PNN-Journalistin Jana Haase einen Artikel zu Tierra Unida und Jeanne Grabner. Zudem gab es eine Veranstaltung in der Erlöserkirche, an der auch Mitglieder von Tierra Unida teilnahmen.

Brandenburger Vorstadt – Am ersten Abend waren sie nur zu zweit. Schlugen die Trommel, eine einfache Felltrommel, in der Erlöserkirche im Herzen der Brandenburger Vorstadt. „Wir haben keine Minute, keine Sekunde geschlafen“, erinnert sich Jeanne Grabner. Es war eine Totenklage, die schon bald ihr Publikum fand. Worum es Grabner und ihren Mitstreitern vom oppositionellen Arbeitskreis Tierra Unida ging, war damals in der Kirchentür auf einem Bettlaken zu lesen: „Wir trauern um die Opfer in China. Wir schlagen die Klagetrommel.“ Drei Wochen waren vergangen seit dem Massaker an den Aufständischen in Peking, als in Potsdam am Abend des 28. Juni 1989, die dreitägige Trommelaktion begann. Schon am ersten Morgen kamen Anwohner, stellten Blumen vor der Kirche ab, erzählt Jeanne Grabner. Die Nachricht machte schnell die Runde, immer mehr Menschen wollten dabei sein. Die Trommler wechselten sich schon bald im Stundentakt, später im Viertelstundentakt ab. Irgendwann zerbrach der Klöppel und wurde ersetzt.

Eigentlich wollte Grabner Lehrerin werden

20 Jahre alt war Jeanne Grabner damals. Gemeinsam mit Freunden wohnte sie in einem besetzten Haus am Heiligen See, studierte Musik und Deutsch, wollte Lehrerin werden – obwohl ihr als Oppositionelle eigentlich klar war, dass das in der DDR nicht funktionieren würde. Aber es sollte ohnehin alles anders kommen. Wie anders – und vor allem wie schnell – das sei im Juni aber noch nicht absehbar gewesen, erzählt Grabner heute: „Wir hatten das Gefühl von Trauer und Angst und dass wir uns für eine längere Zeit wappnen müssen mit Mut und Geduld.“

Ein Weg, das Land zu ändern

Im Westfernsehen hatten sie und ihre Mitstreiter von der Gewalt in China erfahren: „Wir waren verzweifelt“, erinnert sich die 50-Jährige. Das brutale Vorgehen gegen Andersdenkende traf die Potsdamer Jugendlichen ins Mark. Im Arbeitskreis Tierra Unida hatten sie seit der Gründung 1983 über eine gerechtere Welt diskutiert und dabei viel von Nicaragua gesprochen, aber eigentlich doch immer auf die Zustände in der DDR gezielt: „Wir suchten einen Weg, wie wir dieses Land ändern können“, fasst es Jeanne Grabner zusammen. Das fand zunächst in den Räumen der Erlösergemeinde statt, deren Pastoren – insbesondere der 2016 verstorbene Martin Kwaschik – dem oppositionellen Arbeitskreis die Türen geöffnet hatten. Immer öfter wagte sich die Gruppe aber auch auf die Straße, zu originellen Aktionen, getrieben vom politischen Engagement ebenso wie von Lebensfreude: Sei es bei Tanz mit Straßenmusik oder Spendenaktionen, zum Beispiel mit Schuheputzen auf der heutigen Brandenburger Straße. Solche „Auftritte“ wurden stets misstrauisch beäugt von der Polizei, die immer wieder auch eingriff. Trotzdem war so etwas wie Zuversicht bei den Jugendlichen gewachsen. Bis zum Massaker in Peking: „Das hat uns in Schockstarre versetzt – und dann zum Handeln herausgefordert“, sagt Grabner.

Bekannte als Sicherheitsnetz

Die Idee für die Trommelaktion stammte damals aus Berlin. Als Jeanne Grabner davon hörte, waren die Berliner schon kurz vor dem Abschluss. Die Potsdamer wollten den Faden aufnehmen, die Trommel weiterklingen lassen. Innerhalb nur eines Tages sei alles Notwendige organisiert worden. Dazu gehörte nicht nur die Erlaubnis der Erlöser-Pfarrer und ein Bettlaken, sondern auch eine Art Sicherheitsnetz für den Fall der Fälle: Einige Bekannte wurden eingeweiht – Menschen „die nach uns krähen, wenn etwas passieren würde“, erklärt Jeanne Grabner.

Manfred Stolpe kam im Schlafanzug

Tatsächlich war die Polizei vor Ort, in die Kirche kam sie aber nicht. Als die Polizisten das in der zweiten Nacht doch wollten, habe der aus dem Bett geklingelte Manfred Stolpe, damals noch Konsistorialpräsident der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, die Lage persönlich entschärft – „im Schlafanzug“, wie sich Jeanne Grabner erinnert. Dass auch in der Kirche und sogar unter den Trommlern Stasi-Informanten waren, erfuhr sie erst viel später beim Lesen ihrer Stasi-Akte. Außer den Trommelschlägen gab es regelmäßig kurze Andachten. Auch ein Gedicht, das Grabners Mutter, die Schriftstellerin Sigrid Grabner, für den Anlass geschrieben hatte, wurde immer wieder verlesen: „Ich trommle / den Mut der Studenten auf dem Tienanmen / das Entsetzen der Soldaten / die Schreie der Sterbenden / die Verzweiflung der Fliehenden / die Seufzer der Gedemütigten /das Weinen der Mütter“, hieß es darin unter anderem. Zum Abschlussgottesdienst sei die Kirche „gerammelt voll“ gewesen, erinnert sich Jeanne Grabner. Die Trommel sei danach nach Magdeburg weitergereicht worden.

Für die Jugendlichen war es ein Erfolg: „Weil wir das Gefühl hatten, wir haben was gesagt zu China“, erklärt Grabner: „Wir haben gewaltlos für politische Teilhabe gekämpft.“

Grabner wurde exmatrikuliert

Und das sollte nur ein Auftakt sein. Grabner wurde kurz nach der Trommelaktion exmatrikuliert – vorerst. Und dann ging alles wie im Flug. Die 20-Jährige war – gemeinsam mit Mitstreitern von Tierra Unida und aus der Kirche – auch eine der Organisatorinnen der ersten großen Demonstration in Potsdam am 7. Oktober 1989. Angst habe sie da immer noch gehabt – und die Demo wurde am Ende von der Polizei auch gewaltsam beendet. Aber gleichzeitig beschreibt sie auch „ein brausendes Glücksgefühl“, das sie ergriffen habe, als sie so viele gleichgesinnte Menschen sah, die für Veränderung friedlich auf die Straße gingen.

Der Wendeherbst bedeute für sie „eine ganz große Öffnung im Leben, eine ganz große Erfüllung“, sagt Grabner heute. Am Tag nach der Währungsunion, dem 2. Juni 1990, machte sie sich auf den Weg nach Mittelamerika. Und sah endlich die Länder, über die sie so lange bei Tierra Unida gesprochen hatte. Sieben Jahre sollte der Aufenthalt dauern, Grabner lebte unter anderem in Nicaragua und Spanien. „Das brauchte ich auch, um mich zu befreien von dieser DDR-Kiste“, sagt sie heute, wo sie mit ihrer Familie in Berlin lebt und als Geschäftsführerin bei einem sozialen Träger arbeitet: „In Mittelamerika bin ich Europäerin geworden und als solche zurückgekommen.“

Foto und Artikel: PNN

Massenproteste gegen Kürzungspläne von Bolsonaro in Brasilien

Mario Schenk, Mitglied bei Tierra Unida, in einem Artikel zu den Massenprotesten in Brasilien, veröffentlicht bei Amerika21:

„Die landesweiten massiven Proteste gegen die Kürzungen im Bildungssektor in Brasilien halten an. Am vergangenen Donnerstag haben abermals hunderttausende Schüler, Studierende, Lehrer und Dozierende gegen die Sparmaßnahmen der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro an Schulen und Universitäten demonstriert. In mindestens 150 Städten des Landes forderten sie die Rücknahme der Einsparungen von über 30 Prozent der Verwaltungsausgaben im Bildungsbereich. Allein in São Paulo waren 250.000, in Rio de Janeiro 100.000 Menschen dem Aufruf der Studierendenvereinigung (União Nacional dos Estudantes, UNE) und der Gewerkschaften gefolgt…“

Der ganze Artikel hier: Artikel auf Amerika21

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30 Jahre Klagetrommel von Tierra Unida

In diesem Jahr gibt es zahlreiche Veranstaltungen im Kontext der Potsdamer Veranstaltungsreihe „Wegmarken Potsdamer Demokratie“, die sich unter anderem mit dem Jubiläum der 30jährigen politischen Wende 1989 auseinandersetzt. Tierra Unida ist einer der wenigen Vereine, die bereits in der DDR Oppositionsarbeit geleistet haben und auch heute noch aktiv sind. Unter den vielen Aktionen, die in den letzten Jahren der DDR stattfanden und zivilgesellschaftlichen Widerstand leisteten, war „Wir schlagen die Klagetrommel“ in Gedenken an die chinesischen Studierenden, die auf dem „Platz des himmlischen Friedens“ in Peking bei einer Demonstration für mehr Demokratie umgebracht wurden. Vom 28.06. bis zum 30.06.1989 trommelte es in verschiedenen Schichten aus der Erlöserkirche heraus in den Kiez. Mehr Informationen zur Klagetrommel gibt es auch hier: Die Klagetrommel in der Erlöserkirche

Unter anderem dazu wird es folgende städtische Veranstaltungen geben:

Trommeln für den Frieden – die Klagetrommel

  1. Juni | 16 Uhr | Zeitzeugengespräch | Friedliche Revolution
  2. Juni | 16 Uhr | Band-Workshop | Friedenslieder alt und neu
  3. Juni | 10 Uhr | Gottesdienst | Beten für den Frieden

Ort: Erlöserkirche, Evangelischer Kirchenkreis Potsdam

Foto aus dem Buch: Potsdam 1945 – 1989, Zwischen Anpassung und Aufbegehren

Offenes Treffen von Tierra Unida

Der Lateinamerika-Arbeitskreis lädt alle interessierten Personen zum offenen Treffen am Donnerstag, den 16.05., zu 19.30 Uhr in den Buchladen Sputnik ein. Wie üblich diskutieren wir über neue Ideen und Veranstaltungen, aber auch zu aktuellen politischen Themen in Lateinamerika.

іNos vemos! Wir sehen uns!

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Icononzo als positives Beispiel für den Frieden

In der zurückliegenden Zeit war die Wiedereingliederungszone von FARC-Kämpfer*innen und ihren Familien in Icononzo wiederholt in den Medien. Dies aber als positives Beispiel im immer noch sehr schleppend verlaufenden Friedensprozess mit seinen vielen negativen Berichten. Zur Erinnerung: hier in Icononzo hat „tierra unida“ den Aufbau eines Kindergartens unterstützt.

In der Wiedereingliederungszone Antonio Nariño, wie der Ort in der Gemeinde Icononzo heißt, leben Januar 2017 fast 300 Personen, die nach den Jahren des Kampfes ein ziviles Leben führen möchten. Hier sollen sie nach den Jahren der Illegalität wieder normal leben können und in produktiven Projekten tätig sein, um vor allem auch ökonomisch auf eigenen Beinen zu stehen. Im landwirtschaftlichen Bereich werden zum Beispiel Bananen, Erbsen, Bohnen und Sacha Inchi angebaut.

Es gibt drei Genossenschaften, einen Billardladen, ein kleines Hostel, ein Erinnerungsmuseum, den bereits erwähnten Kindergarten, eine Textilwerkstatt und eine Bierbrauerei. „La Roja“ (Das Rote) wird das Craft-Bier genannt, das sie dort produzieren. Die Idee kam von einem Iren und das Projekt wuchs schnell so stark, dass zu Beginn alle 15 Tage 25 Liter Bier und heute 150 Liter produziert werden.

Auf der anderen Seite gibt es „Tejiendo Paz“, eine Textilwerkstatt, die Hand in Hand mit Manifiesta arbeitet, einer nationalen Bekleidungsmarke, die die Arbeit der ehemaligen Kämpfer*innen sichtbar machen will. In der Werkstatt arbeiten drei Männer und zwei Frauen. Es gibt sie also, die positiven Nachrichten im Rahmen der Friedensumsetzung in Kolumbien. Hoffen wir auf viele weitere…

icononzo