Veranstaltung: Ein politischer Blick auf Brasilien

„Tierra unida“ organisiert eine Veranstaltung:

Das Land Brasilien taucht aktuell in den Medien wieder als ein Krisen geschütteltes Land auf. Im Oktober dieses Jahres finden die Präsidentschaftswahlen statt und das Land befindet sich in einem heißen Wahlkampf. Seit Februar dieses Jahres regiert per Dekret das Militär in großen Teilen von Rio de Janeiro und deren populärste Kritikerin, die sozialistische Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco, wird Mitte März von para-polizeilichen Milizen ermordet – ein Zeichen sowohl gegen das Establishment, als auch gegen eine Linke abseits vom Parteienspektrum. Die einst große linke Arbeiterpartei und Teile der sozialen Bewegungen erleben Schmähungen.

Wohin treibt dieses große Land? Was wurde und wird aus der Linken in Brasilien?

Der Referent Mario Schenk entwirft einen Überblick über die aktuell angespannte Situation in Brasilien, die durch eine nie dagewesene Polarisierung der Gesellschaft und soziale und politische Rückschritte geprägt ist. Und Schenk wagt einen Ausblick auf die Präsidentschaftswahl 2018, bei der ein Rechtsaußen-Kandidat aussichtsreiche Chancen hat, der die Todesstrafe für minderjährige Straftäter fordert oder das Eingreifen des Militärs in die Politik gutheißt. Während dem früheren, heiß geliebten Präsident und Kandidat der linken Arbeiterpartei PT, Lula da Silva, 12 Jahre Gefängnis drohen.

Referent: Mario Schenk promoviert im Rahmen der Forschungsgruppe GLOCON an der Freien Universität Berlin zu globalen Transformationen und Landkonflikten in Brasilien.

Datum: Donnerstag, 26.04.2018, um 19 Uhr

Ort: Buchladen Sputnik, Charlottenstr. 28, 14467 Potsdam

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Vorstellung des Friedensprojektes auch im Kirchenkreis

Joachim Briesemann, jahrzehntelanges Mitglied bei „tierra unida“, hat jüngst unser Friedensprojekt in Kolumbien zum Aufbau und der Ausstattung eines Kindergartens in der Kirchenpost der Erlöserkirchengemeinde, Heilig-Kreuz-Gemeinde und Kirchengemeinde Geltow vorgestellt. Hierbei sei erinnert, dass „tierra unida“ seine Ursprünge in den 1980-er Jahren in der Kirche und in der Oppositionsarbeit der ehemaligen DDR hatte. Auch damals war die Friedensarbeit elementarer Bestandteil unserer 35-jährigen Potsdamer Solidaritätsorganisation.

Die Kirchenpost Titelblatt
Die Kirchenpost Titelblatt
Artikel aus der Kirchenpost
Artikel aus der Kirchenpost

Tipp: Kurzdoku zum Friedensprojekt in Icononzo/Kolumbien

Während des 50-jährigen bewaffneten Konflikts in Kolumbien bedeutete die Rolle als Guerillakämpfer in der aufständischen Organisation der FARC, dass ihre Mission in der „Sache“ des Kollektivs an erster Stelle stand. Für weibliche Kämpferinnen hieß es, das Recht auf eine Geburt aufzugeben. Schwangerschaften wurden von der FARC verboten, sie standen diametral einer Volksarmee und dem Kriegszustand entgegen. Aber als die Guerillagruppe ein Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung aushandelte, wurden die Schwangerschaftsbeschränkungen aufgehoben.

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Jetzt mit dem endgültigen Friedensabkommen von 2016 wollen sich die über 7.000 FARC-Mitglieder wieder in das zivile Leben eingliedern und die ehemalige Guerillaorganisation erlebt einen Babyboom. Korrespondent Michelle Begue, im Auftrag von CGTN America, reiste vor drei Monaten in die Wiedereingliederungszone nach Icononzo, wo „tierra unida“ das Friedensprojekt mit Frauen und Kindern der FARC ausübt. In der Kurzdoku (Englisch, 10 Minuten)  tirfft sie unsere Koordinatorin Valentina und es wird erklärt, warum die Babys der ehemaligen FARC-Rebellen „Produkte des Friedens“ genannt werden – unsere „Kinder des Friedens“, wie unser Friedensprojekt dort heißt.

Wahlen in Kolumbien am 11. März

Der Wahlkampf in Kolumbien geht zu Ende und die Parteien haben ihre öffentlichen Wahlkampagnen eingestellt. Ab sofort dürfen die Parteien nur noch in geschlossenen Räumen auftreten. In Kolumbien werden am 11. März die Abgeordneten von Senat und Abgeordnetenhaus gewählt. Später folgen dann die Präsidentschaftswahlen.

Auch die ehemalige Guerilla und nun offiziell eingetragene Partei FARC tritt zu den Wahlen an. Zu den Kandidatinnen der Partei gehört auch unsere Kontaktperson des Friedensprojektes in Icononzo, Valentina Beltrán, die für das Abgeordnetenhaus in Bogotá antritt. Für die Planungen des Projektes trafen wir im Sommer 2017 Valentina in der Wiedereingliederungszone. Hoffen wir am kommenden Wochenende auf das Beste für sie.

Wahlkampfplakat von Valentina
Wahlkampfplakat von Valentina
Valentina (4. Person von rechts) inmitten anderer Wahlkämpfer der FARC
Valentina (4. Person von rechts) inmitten anderer Wahlkämpfer der FARC

Bautätigkeiten am Kindergarten in Icononzo

Unter anderem mit den von „tierra unida e.V.“ gesammelten Spenden geht die Bautätigkeit im zukünftigen Kindergarten der Wiedereingliederungszone Antonio Nariño voran. Als Priorität wurde von den dort lebenden Menschen der Fußboden erachtet. Zuerst wird der Zementboden gegossen, dann kommt ein Boden aus Kunststoff darauf. Auf diesem Bodenbelag sollen die Kinder dann adäquat spielen können. Unsere verantwortliche Person der Wiedereingliederungszone, Valentina Beltrán, sendete uns ein paar Fotos der Bautätigkeiten. Wir erinnern daran, dass wir für im Rahmen des Friedensprojektes mit der Ausstattung des Kindergartens weitere Unterstützung und Spenden brauchen.

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Friedensprojekt: Wie sieht es in Icononzo aus?

Regelmäßig untersucht die Regierung Kolumbiens und auch die Vereinten Nationen die Umsetzung des Friedensabkommens in Kolumbien. Auch wenn der Stand der Umsetzungen des Abkommens mehr als schleppend ist, so hat zumindest eine Konsultation in der Wiedereingliederungszone der FARC in La Fila, Icononzo, ergeben, dass hier das Dorf mittlerweile sehr gut entwickelt ist. Wir als „tierra unida e.V.“ haben uns im letzten Jahr zu einem Zeitpunkt entschieden, den Prozess mit Spenden zu unterstützen, als die Ausstattung und die Lebensbedingungen in den Zonen noch sehr prekär waren.

Die Konsultation des Büros des Hochkommissars für den Frieden von Februar geht nun davon aus, dass der Fortschritt in der Infrastruktur, einschließlich der öffentlichen Bereiche, Unterkünfte und Dienstleistungen, bei 100% liegt. Doch diese offiziellen Zahlen der Regierung spiegeln natürlich nur die eine Sicht der beiden Parteien wider.

Ein Zensus in der Wiedereingliederungszone „Antonio Nariño“ vom 15. November 2017 ergab, dass 243 Erwachsene und 14 Kinder dort leben. Der Kindergarten, den wir mit unserem Friedensprojekt unterstützen, soll neben den in der Wiedereingliederungszone lebenden Kindern auch den Kindern der Umgebung zur Verfügung stehen. Insgesamt beträgt die Fläche des gesamten Areals 24 Hektar.

Derzeit gibt es in der Wiedereingliederungszone 320 Unterkünfte, einen Gesundheitsbereich, zwei Lagerhäuser, vier Verwaltungseinheiten, eine Rezeption im Eingangsbereich, vier Küchen, vier Speiseräume, ein Auditorium, vier Aula, eine Bibliothek und einen Kindergarten.

Mittlerweile wurde von der ersten Spendenrate in Höhe von 1000 Euro, die wir überwiesen haben, zur Ausstattung des Kindergartens vor allem Fußbodenbeläge gekauft. In dem Kindergarten soll ein kinderfreundlicher Boden entstehen. In der Planung zu unserem Spendenprojekt sollten aus Sicht der FARC vor allem eine kinderfreundliche Ausstattung und Spielzeug zum Aufbau des Kindergartens im Vordergrund stehen.

Für unser Friedensprojekt zum Aufbau des Kindergartens in Icononzo, Kolumbien, suchen wir weiterhin Spenden. Eine Spendenbescheinigung können sie von uns erhalten.

Seite des Hochkommissars für den Frieden

Informationen zum Friedensprojekt und unsere Spendenseite

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Das Dorf der Wiedereingliederungszone (Quelle: Hochkommissar des Friedens)
Planung einer Aktivität der Wiederaufforstung (Quelle: Hochkommissar des Friedens)
Planung einer Aktivität der Wiederaufforstung (Quelle: Hochkommissar des Friedens)
Lebensmittellager (Quelle: Hochkommissar des Friedens)
Lebensmittellager (Quelle: Hochkommissar des Friedens)
Rechnung der gekauften Bodenbeläge aus Spendengeldern
Rechnung der gekauften Bodenbeläge aus Spendengeldern

Halbzeit beim Projekt „Kinder des Friedens“

Dieser kurze Artikel zur Halbzeit des Friedensprojektes von tierra unida erschien kürzlich auch im Newsletter von VENROB e.V., der Arbeitsplattform für entwicklungspolitische Organisationen in Brandenburg:

Mehr als einem Jahr nach dem Abschluss des Friedensabkommens steht der Frieden in Kolumbien noch immer auf wackeligen Füßen. Zum einen bedroht neue Gewalt das Land und wird das Vereinbarte nur schleppend umgesetzt, während andere Regionen so sicher wie noch nie sind und neue soziale und politische Ideen verwirklicht werden. Zur Implementierung des Friedens ist internationale Unterstützung umso wichtiger. Eine wichtige Rolle in der Friedensarbeit spielen Perspektiven und Sicherheit, gerade bei den Jüngsten in der Gesellschaft, schließlich sind die Kinder die zukünftige Generation. Sie prägen mit ihren Erfahrungen die Zukunft eines Landes maßgeblich mit und sollen daher das bestmögliche an Perspektiven erhalten.

Deshalb hat „tierra unida“ im November 2017 ein Friedensprojekt in Kolumbien in Zusammenarbeit mit ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfern der Guerilla FARC initiiert. Bei dem Projekt geht es um die Unterstützung zum Aufbau und der Ausstattung eines Kindergartens, der nicht nur den Kindern in der Wiedereingliederungszone „Antonio Nariño“ der ehemaligen Guerilla, sondern auch den Kindern der Dörfer in der Umgebung zu Gute kommt. Ziel ist der Kauf von notwendigen Materialien, wie Möbel, Matten, Spielzeug oder Musikinstrumente, um den Kindergarten adäquat auszustatten. Angedacht ist anschließend die Förderung von Freizeit- und Bildungsaktivitäten. Nun ist in dem Projekt, bei dem insgesamt 2500 Euro durch Spenden erworben sollen, die Halbzeit erreicht. Bisher sammelte „tierra unida“ 40% für die zur Ausstattung des Kindergartens benötigten Gelder, doch 1500 Euro fehlen noch. Eine erste Rate von 1000 Euro wurde bereits nach Kolumbien überwiesen. Eine zweite Rate soll dann im Frühjahr, je nach Stand der Spendenkampagne, geschehen.

Projektinformationen sowie Spenden: https://www.betterplace.org/de/projects/57634-kinder-des-friedens

Generalsekretär der Vereinten Nationen besucht Kolumbien

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat für zwei Tage Kolumbien besucht, um sich unter anderem über den Stand der Umsetzungen des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC zu informieren. Bei seinem Besuch brachte er die Solidarität und Verpflichtung der Vereinten Nationen gegenüber Kolumbien zum Ausdruck.

Der Generalsekretär traf zunächst mit Vertretern der UN-Verifikationsmission des Friedensabkommens in Kolumbien sowie mit dem UN-Länderteam zusammen. Später gab es ein Treffen mit Präsident Juan Manuel Santos und Vertretern seines Kabinetts. „Frieden ist die einzige Antwort auf die heutigen Probleme von Armut, Entwicklung, Ungleichheit und Demokratie“, erklärte der Generalsekretär in einer Pressekonferenz im Anschluss an sein Treffen mit dem Präsident.

Des Weiteren fuhr der Generalsekretär in eine Ausbildungs- und Wiedereingliederungszone von ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfern der FARC in die Provinz Meta. Dort hielt er Treffen mit den ehemaligen Guerilleras und Guerilleros ab und traf sich auch mit der lokalen Bevölkerung. Er lobte den Friedensprozess, machte aber zugleich darauf aufmerksam, welche Schwierigkeiten es bei der Umsetzung gibt.

Bei einer Pressekonferenz am 13. Januar in Bogotá sagte er den Medienvertretern: „Ich glaube, dass es eine Pflicht der Bürger der Welt ist, den Friedensprozess in Kolumbien für das kolumbianische Volk voll zu unterstützen.“ Recht hat er damit und deswegen haben wir als Lateinamerika-Arbeitskreis tierra unida e.V. unser Friedensprojekt zur Unterstützung der Kinder von ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfern der FARC-Guerilla in der Wiedereingliederungszone von Icononzo.

Foto und Pressemitteilung: https://colombia.unmissions.org/en/statement-united-nations-secretary-general-ant%C3%B3nio-guterres
Foto und Pressemitteilung: https://colombia.unmissions.org/en/statement-united-nations-secretary-general-ant%C3%B3nio-guterres

Neujahrsgrüße aus der Zone Antonio Nariño in Kolumbien

Mit einem Neujahrsgruß wenden sich die Bewohnerinnen und Bewohner aus der Wiedereingliederungszone Antonio Nariño in Icononzo (Kolumbien) an die Bevölkerung. Dort, wo wir als „tierra unida“ unser Friedensprojekt in Form von Unterstützung zur Ausstattung eines Kindergartens haben, hofft vor allem die in ihrem kurzen Gruß bezeichnete „Generation der Hoffnung“, also die Kinder der ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer der FARC, auf ein fröhliches und glückliches neues Jahr 2018.

Um die Welt ein kleines Stück friedlicher und solidarischer zu gestalten, könnt ihr euch auch in Form einer kleinen Spende an unserem Friedensprojekt „Kinder des Friedens“ für die „Generation der Hoffnung“ in Kolumbien beteiligen. Schaut auf der Spendenseite bei betterplace.org vorbei. Den Neujahrsgrüßen aus Icononzo können wir uns als Lateinamerika-Arbeitskreis „tierra unida“ nur anschließen und wünschen allen Menschen, ob hier in Potsdam oder dort in Lateinamerika, ein erfolgreiches, glückliches und vor allem friedliches neues Jahr 2018!

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Bild zur Neujahrsbotschaft aus der Wiedereingliederungszone Antonio Nariño

Spendenaufruf für „Kinder des Friedens“

Der Potsdamer Lateinamerika-Arbeitskreis „tierra unida“ ruft zu den Feiertagen am Jahresende zu Spenden für die beiden sozialen Projekte auf, die der Verein ehrenamtlich betreut. Derzeit unterstützt der Verein ein Gesundheitsprojekt in Ecuador und ein Friedensprojekt in Kolumbien. Besonders das vor zwei Monaten in Kooperation mit der ehemaligen Guerilla FARC initiierte Projekt „Kinder des Friedens“ in Kolumbien steht im Fokus der Spendensammlung. Zwar konnten schon 40% zur Ausstattung eines Kindergartens für Kinder ehemaliger Kämpferinnen der FARC finanziert werden, doch 1500 Euro fehlen noch.

Zu Weihnachten können auch Sie ihren Beitrag zur Konsolidierung des Friedens und zu einer besseren Zukunft in Kolumbien beitragen!

Spendenseite „Kinder des Friedens“ auf betterplace.org

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