

Krankheiten bedrohen in Ecuador vor allem die Indigenas (Ureinwohner). Die medizinische Versorgung ist dürftig und Infektionen häufig. Dabei werden viele Erkrankungen durch schlechte Ernährung und unzureichende Hygiene verursacht. Das Projekt "Gesundheitsbildung Tigua Chami" will deshalb durch gezielte und angewandte Bildungsmassnahmen in der Provinz Cotopaxi die Gesundheit der Indigenas besser sichern. Die Multiplikatoren für dieses Projekt sind die Kinder der Region.
Gesundheitliche Probleme sind mit die unmittelbarsten und häufigsten Probleme, die die ecuadorischen Ureinwohner bedrohen. Infektionskrankheiten (Salmonellen, Malaria, Hepathitis, Cholera) und Parasitenbefall (Darm- und Hautparasiten) sind an der Tagesordnung. Dazu kommen viele Krankheiten, die vor allem durch ungenügende Hygiene und schlechte Ernährung hervorgerufen werden. Medikamente (wie z.B. Antibotika) sind sehr teuer und oft nur in den Städten erhältlich. Auch Arztpraxen gibt es nur in größerer Entfernung zu den ländlichen Hochlandregionen und die Fahrt dahin ist für die Indigenas ein teures und somit oft ein unmögliches Unterfangen.
Gerade aber die Tatsache, dass viele Krankheiten durch schlechte Ernährung und Hygiene hervorgerufen werden, zeigt alternative Möglichkeiten auf, die Gesundheit der Bevölkerung besser zu sichern. Das fängt bereits bei der Zubereitung der Speisen an.
Viele der gefährlichen Erreger können unschädlich gemacht werden, indem man das Gemüse richtig und gründlich säubert, das Wasser und die Milch abgekocht und Fleisch nur unverdorben gegessen wird. Krankheiten können aber auch - wie z.B. bei Mangelerscheinungen (Vitamin- und Proteinmangel) - durch eine vielseitigere Ernährung vorgebeugt werden. Schließlich hilft es auch, Kenntnisse darüber zu erlangen, wie diese grundlegenden Erkrankungen vermieden oder einfache Infektionen selbst behandelt werden können.
In der Region Cotopaxi wollen die Indigenas diese kleinen Weisheiten gezielt anwenden und schon in der Schule den Kindern diesen Weg zeigen. So entstand dort das "Projekt Gesundheitsbildung Tigua Chami", das in einem breiten Ansatz gesunde Ernährung, Hygiene und Heilkunde fördern will.
Die Initiatoren des Projekts sind Manuel Millingalli, ein Einheimischer aus der Ortschaft Tigua Chami und Tom Jungh, ein Entwicklungshelfer aus Deutschland. Manuel Millingalli besitzt langjährige Erfahrung in der politischen Entwicklungsarbeit und genießt bei den Dorfbewohnern der Region großes Vertrauen. Tom Jungh lebt seit mehreren Jahren in Quito, ist an verschiedenen Entwicklungsprojekten beteiligt und steht im engen Kontakt zu den Menschen in Tigua Chami. Diese günstigen Voraussetzungen bieten dem geplanten Projekt die Chance, die Gesundheitsbildung in der gesamten Region zu verbessern.
In erster Linie sollen an den Schulen der Region Schulgärten aufgebaut werden, in denen die Schüler lernen, eine Vielfalt von Gemüse, Obst und Heilpflanzen erfolgreich anzupflanzen. Das Projekt soll zunächst an zwei Schulen in der Ortschaft Tigua Chami begonnen und langfristig in der Region erweitert werden.
Durch die Schulgärten sollen die Kinder lernen, welche Obst- und Gemüsesorten zu einer vielseitigen Ernährung gehören und das menschliche Abwehrsystem stärken. Sie lernen auch, die Fallen für ungesunde Ernährung zu entdecken und Mahlzeiten hygienisch zuzubereiten. Auch eignen die Kinder sich Wissen über Heilpflanzen an, indem sie sie in ihrem Schulgarten anbauen und ihre Wirkungen kennenlernen.
Alle Informationen zu ihren Schulgärten sammeln die Kinder und bereiten sie so auf, dass sie den anderen Indigenas über alles Auskunft geben können.
Hier soll die Idee der Gesundheitsbildung mit einem weiteren Ansatz verknüpft werden, nämlich dem, die Kinder zeitig an die neue Computertechnik heranzuführen. Bis jetzt gibt es ein paar wenige Computer in den Dörfern, die durch einmalige Spenden finanziert und an die 52 regionalen Schulen verteilt wurden. Um zu lernen, wie ein Computer funktioniert, werden die Kinder ihre Informationen über die Schulgärten als Dateien anlegen. Auf diese Weise werden die Kindern motiviert, die Technik zu nutzen und der Wissensschatz kann außerdem von allen stetig erweitert werden.
Doch die neue Computertechnik soll auch in einer ganz systematischen Weise für die Gesundheitsbildung genutzt werden. So haben die Projektverantwortlichen angedacht, relevante Daten über Gesundheit und Krankheit in jedem Dorf zu sammeln. Erfahrungen und Ursachen typischer Gesundheitsprobleme können so dokumentiert und analysiert werden. Vielleicht kann auf diese Weise langfristig ein informatives Bild entstehen, das aufzeigt, welchen Einfluss eine gesunde Ernährung auf die Biografien der Dorfbewohner hat.
Für dieses anspruchsvolle Projekt brauchen die Indigenas der Region Cotopaxi finanzielle Unterstützung. Arbeitsmaterialien, Pflanzen und Schulgartenutensilien müssen gekauft werden. In der ersten Projektphase soll außerdem eine ecuadorische Beratungsorganisation mit Erfahrung im Bereich Gesundheitsbildung und Schulgärten einbezogen und finanziert werden. Um die Gesundheitsbildung langfristig zu sichern, ist es notwendig, Lehrer und Dorfbewohner auszubilden, die den Schulgarten betreuen und die auch die Computerarbeit absichern.
Heute bitten wir um finanzielle Unterstützung, um das Land für die Schulgärten kaufen zu können. Das ist unabdingbar, denn in Ecuador gibt es kein selbstverständliches Gemeindeland, sondern es ist notwendig, jedes Projektland als Privatbesitz zu erwerben.
Allen edlen Spendern schon im Voraus vielen Dank !
Maud Krohn und Ralf Pecenka
Kontoverbindung:
Tierra Unida e.V. Potsdam
MBS Potsdam
| Bankleitzahl: | 16050000 |
| Konto-Nr.: | 3502235634 |
| Kennwort: | Tigua Chami |
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