Die 8 von Salitre

Der Fall, der als „Die 8 von Salitre“ bekannt ist, bezieht sich auf das Verschwinden und die anschließende Entdeckung ihrer Leichen, quasi einer Gruppe von acht jungen Menschen aus der Nähe von Salitre und Daule. Sie reisten am 31. Mai 2026 aus der Gegend um Salitre, wo wir als Verein unser Gesundheitsprojekt haben, zum Kanton Milagro. Dort wollten sie in einen Motorradladen, um Dokumente für ein zuvor gekauftes Motorrad abzuholen. Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen und beunruhigte die Menschen vor Ort.

Lokale Videoüberwachungskameras registrierten die Ankunft der jungen Menschen im Stadtzentrum von Milagro, aber auch, wie sie von vier schwer bewaffneten Personen direkt vor dem Motorradladen abgefangen wurden. Am Mittwoch, den 3. Juni, meldeten Arbeiter in der Gegend die Entdeckung von acht Leichen im Sektor Las Cañitas, die Leichen wurden in Säcken verpackt. Die Kriminalistik aus Guayaquil stellte fest, dass die Todesursache durch Schüsse in den Kopf erfolgte. Es muss hier also von einem Massaker gesprochen werden.

Während die Polizei auf Kämpfe zwischen Banden hinwies oder die Staatsanwaltschaft vermutete, es könne sich um eine Verwechselung der jungen Menschen durch eine kriminelle Organisation handeln, da der Kanton Milagro ein umkämpftes Territorium rivalisierender krimineller Banden ist, lehnen Familie, Freunde und Nachbarn der Opfer diese Version kategorisch ab. Sie wollen nicht, dass ihre Kinder, alles Bauern, Mechanikern, Studierenden und alle mit Eltern ohne Strafen, in die Nähe der mafiösen Machenschaften gerückt werden. Tausende begleiteten die getöteten jungen Menschen bei ihrer Beerdigung.

Der „Fall der 8 von Salitre“ zeigt noch einmal deutlich, wie prekär und gefährlich die Lage in Ecuador ist. Mafiöse Strukturen kontrollieren weite Teile des Landes und die Politik gilt als korrupt und unfähig, die Probleme des Landes zu lösen. Auch unser Arzt des Gesundheitsprojektes vor Ort hat mit den Auswirkungen zu tun. Schon seit Jahren sind die Besuche von Schulen und anderen Einrichtungen auf dem Land mit einer Gefahr verbunden. Nun braucht Dr. Galo für das Betreten der Schulen sogar eine offizielle Erlaubnis vom Ministerium. Das strukturelle Problem der Gewalt und Kriminalität wird dadurch jedoch nicht gelöst.