Friedensprojekt (Kolumbien)

Die aufständische Guerilla FARC-EP hat einen Prozess des Dialogs mit der kolumbianischen Regierung ins Leben gerufen, die den sozialen und bewaffneten Konflikt, in dem das Land seit 53 Jahren lebt, beenden soll. Am 24. November 2016 wurde in der Stadt Bogotá die endgültige Vereinbarung zur Beendigung des Konflikts und den Aufbau einer stabilen und dauerhaften Frieden unterzeichnet.

Von diesem Moment an bewegten sich die FARC-EP-Kämpferinnen und -kämpfer in sogenannte Übergangs- und Normalisierungszonen. Eine davon ist die ehemalige ZVTN Antonio Nariño im Dorf La Fila, die sich in der Gemeinde Icononzo im Departement Tolima befindet. Nun finden wir hier, mittlerweile in eine sogenannte Ausbildungs- und Wiedereingliederungszone umbenannt, Kämpferinnen und Kämpfer, die dem ehemaligen militärischen Ostblock der FARC-EP angehörten.

Als die Friedensgespräche voran schritten, veränderte die ehemals militante bewaffnete Bewegung die soziale Familienstruktur. Kleine Familien entstanden und damit die Hoffnung, dass Kinder in einem Kolumbien in Frieden groß werden. Diese Kinder stehen unter keinem besonderen Schutz der kolumbianischen Regierung, es gibt es keine Pläne für eine spezielle Betreuung, noch gibt es entwicklungsgerechte Einrichtungen in den Übergangszonen, die nun juristisch zu Wiedereingliederungszonen wurden.

Christian Raschke, Mitglied bei Tierra Unida, arbeitete und studierte in Kolumbien und stellte den Kontakt zur NGO Plataforma Sur her, die in der Friedensarbeit tätig ist. Mit ihr wurde überlegt, wie der Frieden am besten unterstützt werden kann und wer am dringendsten Hilfe benötigt. Es waren die Kinder der ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer, die nun in einem zivilen Leben noch nicht die volle erwartete Unterstützung der Regierung hatten.

Während des Friedensprozesses (vier ganze Jahre) haben viele Kämpferinnen der FARC-EP Kinder bekommen. Klar, dies war ein lang ersehnter Wunsch vieler, doch in Kriegszeiten war dies nur schwer bis gar nicht möglich Kinder zu bekommen und groß zu ziehen. Nun will Tierra Unida die „Kinder des Friedens“ unterstützen und von Potsdam aus einen Beitrag zur Wiedereingliederung der Kämpferinnen und Kämpfer leisten. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wiedereingliederungszonen mit ihren neu entstehenden Dörfern längerfristig bestehen und ehemalige Guerilleras/os und ihre Familien dort dauerhaft leben werden.

Im Fokus des Projektes der Friedensarbeit stehen vor allem die Kinder. Von Zone zu Zone soll geschaut werden, wie eine Unterstützung aussehen kann. In Icononzo ist es zum Beispiel die Ausstattung eines neu entstehenden Kindergartens. Mit unseren gesammelten Spenden sollen vor Ort Kinderbetten, Kindertische, Stühle, Spielzeug, Bücher und andere Materialien gekauft werden.

Ausführliche Projektbeschreibung als PDF-Dokument Projektbeschreibung Kinder des Friedens