Fotos aus Icononzo

Valentina, unsere Ansprechpartnerin für unser Friedensprojekt in Icononzo in Kolumbien, hat uns wieder einmal Fotos aus der Wiedereingliederungszone gesendet, wo wir den Aufbau und die Ausstattung eines Kindergartens unterstützen. Dort sollen die Kinder der ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer der FARC die Möglichkeit bekommen, in einem würdevollen und friedlichen Umfeld aufzuwachsen. Wir als „tierra unida“ sammeln weiterhin Spenden für dieses Friedensprojekt.

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Valentina (rechts)
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Kindergeburtstag in Icononzo

Veranstaltung „Kolumbien, Koka und Konflikte“

Im Rahmen des „Chill Out-Tresen“ wird Christian Raschke, Mitglied bei tierra unida e.V., aus seinen Arbeitserfahrungen der Friedens- und Konfliktarbeit in Kolumbien berichten. Die Veranstaltung mit dem Titel „Kolumbien, Koka und Konflikte“ findet am Mittwoch, den 18.04., um 19 Uhr im Spartacus Potsdam statt. Der Tresen des Chill Out e.V. findet ab sofort alle 2 Monate statt und im Kontext der Themen Rausch und Realitäten stehen.

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Solidaritätskampagne für entführte Journalisten

Die Welt ist klein, so auch in diesem Fall.

Die Tochter von unserem tierra unida-Mitglied Dr. Galo Alvear Vitery aus Ecuador, der dort in Salitre mit unserer Unterstützung seit vielen Jahren ein Gesundheitsprojekt durchführt, ist mit den drei Personen befreundet, die im Norden Ecuadors an der Grenze zu Kolumbien entführt worden sind.

Der Kreis schließt sich, weil sich die entführten Journalisten bzw. Begleiter in den Händen von Dissidenten der ehemaligen FARC befinden, die sich dem Friedensprozess in Kolumbien entfernt haben. Wir als tierra unida haben in Kolumbien ein Friedensprojekt im Rahmen des Friedensprozesses mit ehemaligen Kämpfern und Kämpferinnen der FARC.

Die drei entführten Personen sind Javier Ortega (Journalist), Paúl Rivas (Fotograph) und Efraín Segarra (Fahrer). Sie alle wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer abtrünnigen Gruppe der ehemaligen FARC entführt, als sie eine Reportage zur politischen und sozialen Situation im Grenzgebiet zwischen Ecuador und Kolumbien machen wollten. Dort gibt es seit einigen Monaten eine gewaltvolle Zuspitzung und Kämpfe mit Sicherheitskräften um Territorien und Drogenhandel. Hierbei geht es auch um die Nichterfüllung des Friedensabkommens der kolumbianischen Regierung und daraus resultierenden mangelnden Perspektiven, weshalb sich einige Personen kriminellen Strukturen anschließen.

Da kritische und investigative journalistische Arbeit in vielen Teilen der Welt immer schwieriger durchzuführen ist, und weil wir als tierra unida aus oben genannten Umständen in beiden Ländern mit sozialen Projekten verbunden sind, unterstützen wir die weltweite Solidaritätskampagne „Nos faltan tres“ (Uns fehlen drei). Wir hoffen auf ihre baldige Freilassung und fordern weltweit eine Wertschätzung für journalistische Arbeit und damit verbundene Sicherheitsgarantien.

Nos faltan tres!

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Veranstaltung: Ein politischer Blick auf Brasilien

„Tierra unida“ organisiert eine Veranstaltung:

Das Land Brasilien taucht aktuell in den Medien wieder als ein Krisen geschütteltes Land auf. Im Oktober dieses Jahres finden die Präsidentschaftswahlen statt und das Land befindet sich in einem heißen Wahlkampf. Seit Februar dieses Jahres regiert per Dekret das Militär in großen Teilen von Rio de Janeiro und deren populärste Kritikerin, die sozialistische Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco, wird Mitte März von para-polizeilichen Milizen ermordet – ein Zeichen sowohl gegen das Establishment, als auch gegen eine Linke abseits vom Parteienspektrum. Die einst große linke Arbeiterpartei und Teile der sozialen Bewegungen erleben Schmähungen.

Wohin treibt dieses große Land? Was wurde und wird aus der Linken in Brasilien?

Der Referent Mario Schenk entwirft einen Überblick über die aktuell angespannte Situation in Brasilien, die durch eine nie dagewesene Polarisierung der Gesellschaft und soziale und politische Rückschritte geprägt ist. Und Schenk wagt einen Ausblick auf die Präsidentschaftswahl 2018, bei der ein Rechtsaußen-Kandidat aussichtsreiche Chancen hat, der die Todesstrafe für minderjährige Straftäter fordert oder das Eingreifen des Militärs in die Politik gutheißt. Während dem früheren, heiß geliebten Präsident und Kandidat der linken Arbeiterpartei PT, Lula da Silva, 12 Jahre Gefängnis drohen.

Referent: Mario Schenk promoviert im Rahmen der Forschungsgruppe GLOCON an der Freien Universität Berlin zu globalen Transformationen und Landkonflikten in Brasilien.

Datum: Donnerstag, 26.04.2018, um 19 Uhr

Ort: Buchladen Sputnik, Charlottenstr. 28, 14467 Potsdam

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