Erfolgreiche Veranstaltung zu Migration durch Mexiko

Über 30 Personen kamen zum Vortrag von Marc Guckelsberger zu Migration in Mexiko, der vom Lateinamerika-Arbeitskreis tierra unida e.V. und von Potsdam-Konvoi organisiert wurde und im Buchladen Sputnik stattfand. In seinem Vortrag zeichnete Marc einen Überblick über die Fluchtgründe von Menschen aus Zentralamerika, ihre Route durch Mexiko mit dem Ziel der USA. Bei dieser Route haben alle Flüchtenden mit einer Vielzahl von Gefahren zurechnen, die besonders mit der organisierten Kriminalität und Überfällen, Gewalt, Erpressungen und Entführungen zu tun haben. Da Marc in einer Herberge für flüchtende Menschen gearbeitet hat, konnte er gut auf ihre Schicksale, aber auch auf die ihnen zukommende Solidarität eingehen.

Die FARC mit eigenem Bier

Mit Überraschung sahen wir unsere ehemalige Projektpartnerin des kolumbianischen Friedensprojektes, Valentina Beltrán, auf einer Grafik in einem Online-Artikel neben Bierflaschen. Doch dann löste sich schnell auf, dass sie in Icononzo die Produktion von Bier der ehemaligen FARC-Kämpferinnen und -Kämpfern mitverwaltet.

So wird in der dortigen Wiedereingliederungszone, wo wir den Aufbau eines Kindergartens unterstützt haben, nun auch das Bier „La Roja“ („Das Rote“) produziert und welches bis nach Bogotá kommerzialisiert wird. An diesem ökonomischen Projekt sind 30 Personen beteiligt.

Verantwortlich für die Idee und das Produzieren ist ein irischer Englischlehrer einer Universität aus Bogotá, der in der Wiedereingliederungszone von Icononzo freiwillig helfen wollte. Valentina Beltrán, ehemalige Kämpferin der Guerilla, erwähnt, dass „die Frauen, die an diesem Projekt teilnehmen, eine große Chance in ihm sehen, dass wir drei Tage in der Woche arbeiten und andere Aufgaben erledigen können, die ebenfalls wichtig sind.“

Für uns ist es schön zu lesen, dass die sozio-ökonomischen Projekte zur Wiedereingliederung der Kämpferinnen und Kämpfer der FARC voran gehen und auch solche ausgefallenen Ideen wie das Produzieren von Bier mit dabei sind. Da freuen wir uns natürlich umso mehr auf den nächsten Besuch. Prost!

Artikel der Online-Zeitung

 

Solidarität mit der Seenotrettung

Seit August 2017 ist das Such- und Rettungsschiff IUVENTA in Sizilien beschlagnahmt worden. Die Besatzung der IUVENTA rettete über 14.000 Menschen im Mittelmeer, die in Not geraten sind. Seit dem Sommer 2018 wird gegen die Crew, darunter auch Personen aus Potsdam, wegen der Unterstützung der illegalen Einwanderung ermittelt. Es drohen Gefängnisstrafen bis zu 20 Jahren und ein hoher finanzieller Aufwand.

Die IUVENTA-Crew und Unterstützer*innen haben im Zuge dieser Kriminalisierungskampagne eine Solidaritätskampagne gestartet. Es soll viele Informations- und Soli-Veranstaltungen geben. Die nächste findet zum Beispiel hier in Potsdam, am 12.01., in der La Datscha statt. Wir solidarisieren uns mit dem Kampf gegen das Sterben an den Grenzen Europas und die Kriminalisierung der Solidarität mit Migrant*innen. Das Menschenrecht ist ein universelles Recht!

Webseite der Soli-Kampagne

25. Jahrestag des Aufstandes der Würde

Am 1. Januar 1994 überraschte die Zapatistische Armee zur nationalen Befreiung (EZLN) Mexiko und die Welt. Unter dem Motto „Ya basta!“ („Es reicht!“) erklärte sie der Regierung, der Armut, der Ausbeutung und dem Rassismus den Krieg. Dies passierte zu einem Zeitpunkt, als die mexikanischen Eliten den Eintritt Mexikos in das neoliberale Freihandelsabkommen „NAFTA“ feierten.

Die EZLN als basisdemokratische Organisation „von unten“ rüttelte die Linke und die internationale Solidarität kurz nach dem Zusammenbruch des realexistierenden Sozialismus auf und zeigte, dass es auch noch linke Utopien und Wirklichkeiten gibt.

Bis heute verfasst diese basisdemokratische indigene Bewegung ihre Erklärungen und Schriften in poetischer Sprache, so dass sie sowohl von gebildeten, als auch von einfachen Menschen verstanden werden. Mit ihrem „anderen“ Auftreten und Forderungen wie „Alles für Alle!“ oder „Eine Welt, in der viele Welten Platz haben!“, die jenseits von Selektierungen und politischer Dogmatik liegen, verschaffte sich die EZLN eine globale Welle der Sympathie.

Doch auch weiterhin erleben die indigenen Gemeinden in Chiapas, dem Ursprungsterritorium der Maya-Gemeinden, einen „Krieg niedriger Intensität“ mit enormer Militärpräsenz, paramilitärischem Terror, Korruption und Desinformationskampagnen. Dass weiterhin Zehntausende in sogenannten autonomen Gebieten leben, ist ihr Erfolg, der aber täglich erkämpft werden muss.

Wir wünschen alles Gute und weiterhin viel Kraft!