Dr. Galo besucht weitere Schule für Gesundheitsförderung

Ein Wiedersehen im Rahmen des Gesundheitsprojektes gab es für Dr. Galo Alvear Vitery am vergangenen 4. August mit Kindern, Lehrenden und Müttern der Schule „Eloy Alfaro“, die Dr. Galo schon seit längerer Zeit betreut. Diese Schule befindet sich in einer ländlich geprägten Region im Süden der Kleinstadt Salitre. In der Schule setzte unser Arzt und Tierra Unida-Mitglied aus Salitre die Entwurmungskampagne fort, gab Vitamin C aus und schenkte Antivirus- bzw. Desinfektionskarten. Diese gesundheitsfördernden Produkte können aufgrund der Spenden in Deutschland in Ecuador kostenlos verteilt werden.

Situation in Ecuador schwierig – Projekt läuft weiter

Auch wenn die Situation gerade aus Sicht von Kriminalität, Sicherheit sowie ökonomischer Situation in Ecuador immer schwieriger wird, macht Dr. Galo Alvear Vitery, unser Projektarzt und Mitglied bei Tierra Unida, vor Ort mit dem Gesundheitsprojekt weiter. Zuletzt war er selbst von einem Überfall in einem Bus von Salitre nach Guayaquil betroffen. Auch das öffentliche Bild im Land zeugt von der prekären Situation. Dr. Galo Alvear Vitery beschreibt, dass sehr häufig auch Militärpatrouillen zu sehen sind. Aber die Kriminalität und öffentliche Sicherheit wird dadurch noch lange nicht gewährleistet. Zu tief sind die Verwurzelungen zwischen organisierter Kriminalität, Drogenhandel, Korruption und Politik. Denn Ecuador ist mittlerweile zu einem wichtigen Transitland von Drogen geworden. Zudem sorgt die sozioökonomische Situation dafür, dass sich junge Menschen in Banden wiederfinden. Die Repression, fehlende Sozial- und Resozialisierungsprogramme und Perspektivlosigkeit verschärfen die Lage. Sichtbar wird es auch in der Situation in den Gefängnissen, wo Aufstände und Massaker fast an der Tagesordnung sind. Trotz alledem war Dr. Galo Alvear Vitery wieder unterwegs, um jungen Menschen in gesundheitsfördernden Aspekten zu unterstützen. Dieses mal führte er sein Gesundheitsprojekt in La Conchita, Guachapelí, durch.

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Alles für die Gesundheit

Unser Vereinsmitglied und Arzt, Dr. Galo Alvear Vitery, war wieder in der Gegend um Salitre unterwegs, um die lokale Bevölkerung mit Vitamin C und Anti-Parasiten-Tabletten zu unterstützen. Im Fokus hatte er besonders Kinder und Jugendliche, denn vor kurzer Zeit begann in Ecuador wieder der Präsenzunterricht in den Schulen. Mit diesen Aktionen im ländlichen Gebiet leistet Tierra Unida einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention.

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Ecuador – eine Momentaufnahme zwei Jahre nach der Pandemie

Unser Arzt aus Salitre/Ecuador, Dr. Galo Alvear Vitery,  schrieb uns zuletzt mehrmals und berichtete aus seiner Stadt und seinem Land. Anbei nun ein paar Impressionen zur aktuellen Situation und wie er und andere sich gerade fühlen.

Hier seine übersetzten Worte:

Wir befinden uns mitten im Winter, das bedeutet, dass wir hier in Salitre sehr hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit haben, es ist enorm heiß (im Gegensatz zu Quito, wo der Winter sehr kalt ist).

Im Allgemeinen regnet es die ganze Nacht und tagsüber nur sehr wenig, aber es reicht aus, um das gesamte Land zu überfluten, was dazu führt, dass die Reisfelder und Obstplantagen ertrinken, die Nutztiere sterben und die Bauern in Kanus umherfahren, weil alle lokalen Straßen verschwunden sind. Es gibt keine Ernte, keine Arbeit und keinen Handel, die Stadt ist größtenteils überschwemmt und viele Geschäfte stehen mangels Kunden leer.

Erinnern wir uns daran, dass wir uns am Ende der Pandemie befinden, die uns viel Schmerz und Traurigkeit sowie Armut hinterlassen hat. Die Treibstoffkosten stiegen und damit auch die Preise für die Produkte des Familienlebens und Medikamente. Spekulanten haben immer Ausreden, um die Preise für alles zu erhöhen. Während die Natur ungezähmt ist, ist die Regierung faul, korrupt und ineffektiv.

In Ecuador geht die Krise in Krankenhäusern und Gesundheitszentren weiter. Die Angehörigen müssen alle Medikamente und sogar Vorräte wie Spritzen, Nahtmaterial usw. kaufen, denn in den Lagern ist nichts, es ist schrecklich, was passiert, während die Medikamentenhändler ihre Taschen füllen und die Armen das Unbeschreibliche erleiden. Auch ich musste in das Nachbarland Peru fahren, um Medikamente zu bekommen.

Zu all dem müssen wir die Tatsache hinzufügen, dass sich die Drogenkartelle in unserem kleinen Land positioniert haben, insbesondere das Sinaloa-Kartell und einem anderen der gleichen Größenordnung. Dies hat die Unsicherheit der Bürger erhöht, da es jeden Tag mindestens 10 Morde durch Auftragsmörder in den territorialen Streitigkeiten gibt. Ecuador ist nicht mehr nur ein Transitland für Drogen, es ist jetzt ein Konsumentenland mit der daraus resultierenden Verschlechterung für die Jugend, insbesondere derjenigen, die in den Armutsgürteln leben. Jeden Tag werden mehrere Tonnen Drogen beschlagnahmt, aber sicherlich sind viele andere bereits durch andere geheime Häfen auf die Reise gegangen.

Jetzt, im Monat Mai, wird der Unterricht an der Küste wiedereröffnet, wobei alle Schüler und Lehrer anwesend sind, da sie versichern, dass es keine Pandemie mehr gibt. Dies bedeutet Kosten für Studiengebühren, Uniformen, Materiallisten, Transport und andere verschiedene Ausgaben. Nicht alle Schulen auf dem Land und in den Städten sind für die Aufnahme von Personal geeignet, viele sind nach zweijähriger Schließung ohne jegliche Betreuung sehr zerstört. Viele andere sind überschwemmt und in anderen wurden bis auf die Toiletten geplündert. Die Regierung hat auch keinen Wiedereröffnungsplan umgesetzt, indem sie die physischen Bedingungen dieser Schulen verbessert hätte. Die Eltern sind besorgt, aber froh, dass ihre Kinder wieder im Klassenzimmer sind.

Nun, alles deutet auf große Traurigkeit unserer Bewohner hin, aber in Wirklichkeit ist es eine glückliche Stadt, die sich nicht von Widrigkeiten besiegen lässt, und wir schieben den Karren weiter vorwärts, wo auch immer hin. Das Leben geht weiter…

Lateinamerika-Stammtisch in Potsdam

Mit einem neuen Veranstaltungsformat versuche diverse Gruppen und Organisationen, darunter der Lateinamerika-Arbeitskreis tierra unida, über politisch relevante Themen Lateinamerikas zu diskutieren, sich über Informationen auszutauschen und Ideen zu sammeln. Ob wir uns einen Film anschauen, eine Referentin oder einen Referenten zu einem bestimmten Thema gewinnen wollen und/oder eine konkrete Aktion initiieren – vieles ist denkbar.

Der nächste Stammtisch findet am Dienstag, den 22. Februar, ab 18:00 Uhr im Projekthaus Potsdam statt.

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Neues aus Ecuador

Ecuador, unser Projektland von Tierra Unida, wird derzeit von zwei völlig ungewöhnlichen Situationen geplagt; die Covid-19-Pandemie und die Gewalt, so Dr. Galo Alvear Vitery, dem wir um eine kurze Einschätzung zur derzeitigen Situation gebeten haben.

COVID: Nach den Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten wurde landesweit ein starker Anstieg der Fälle festgestellt, insbesondere bei der OMICRON-Variante, die laut Experten leicht ansteckend, aber nicht tödlich ist.

Die offiziellen Zahlen sprechen von einer erheblichen Anzahl von Menschen, die auf die Impfstoffe zugegriffen haben. Unser Arzt, Dr. Galo Alvear Vitery, hat zum Beispiel drei Dosen von AstraZeneca bekommen. Es ist vor allem die Motivation, mit dem Status einer geimpften Person in den großen Städten Zugang zu den Einkaufszentren, Kinos, Fitnessstudios usw. Zu haben. Bei vielen Personen auf den Intensivstationen handelt es sich um nichtgeimpfte Personen. Der Ansteig der Fälle fürte wieder zu Maßnahmen wie Digitalunterricht und Homeoffice.

Salitre jedoch ist weiterhin als Kleinstadt stark bvom Virus beeinträchtigt, der durch Failien geht, aber auch durch die Lehrerschaft und das Gesundheitspersonal. Überhaupt ist die Wirtschaft derzeit, auch aufgrund von COVID, sehr schwach. Hinzu kommt der Mangel an Arzneimitteln in öffentlichen und staatlich geförderten Krankenhäusern. Die Korruption ist so groß, dass es in diesen Krankenhäusern nicht einmal Paracetamol gibt.

Es ist zu beachten, dass die Winterphase in der Küstenregion stark begonnen hat, wo hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit die Entwicklung von Vektoren begünstigen, die unter anderem DENGUE und für tropische Gebiete typische Krankheiten produzieren.

Als Schlusswort beschreibt Dr. Galo Alvear Vitery die Situation zynisch, dass es weiterhin eine hohe Zahl an Infizierten gibt und eine starke Auslastung der Krankenhäuser, aber mit Kaufhäusern und Stadien, die mit bis zur Hälfte der Kapazität voll sind.

Für die Gesundheit und für den Frieden

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Besinnung, des Schenkens, aber auch des Gebens. Spenden haben mittlerweile eine Tradition in dieser Zeit und deswegen wollen auch wir, als Lateinamerika-Arbeitskreis tierra unida, dazu aufrufen uns mit unseren Projekten zu unterstützen.

Die Themen Gesundheit und Frieden sind die Schwerpunkte unserer Projekte in Lateinamerika. Das Gesundheitsprojekt in Ecuador hat eine über zwanzigjährige Tradition und versorgt vor allem Schulkinder mit Bildungs- und Präventionseinheiten sowie Medikamenten und Präparaten. Krankenschwestern werden ausgebildet und in Notlagen Soforthilfe geleistet.

In Kolumbien waren wir aktiv in friedensfördernden Projekten engagiert. Wir beteiligten uns an Projekten der sich im Wiedereingliederungsprozess in das zivile Leben befindlichen ehemaligen Kämpfer*innen der FARC. So konnte der Aufbau von zwei Kindergärten unterstützt werden.

Die Gesundheit ist als ein Menschenrecht festgeschrieben, aber in vielen Ländern sorgt die soziale und wirtschaftliche Situation dafür, dass der Zugang zu Gesundheitssektor nicht gegeben ist. Wir wollen mit dem Gesundheitsprojekt unseren Beitrag zu einer Gesundheitsfürsorge und gesunden Welt für alle leisten.

Der Friedensprozess in Kolumbien hat uns von Anfang an begeistert, gilt Kolumbien doch als einer der Länder mit den längsten bewaffneten Konflikten. Doch Frieden kann nur existieren, wenn die jungen Generationen in einem Umfeld von Sicherheit, Spiel und Wissensvermittlung groß werden können. Deswegen sehen wir den Aufbau von Kindergärten als die beste Unterstützung für den Frieden an.

Mit einer Spende können Sie unsere Projekte in Ecuador und Kolumbien sowie unsere solidarische Arbeit unterstützen. Wir wünschen Ihnen trotz der derzeitigen schwierigen pandemischen Lange eine besinnliche und vor allem gesunde Zeit!

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Neue Informationen aus Ecuador

Mit unserem Partner des Gesundheitsprojektes, Dr. Galo Alvear Vitery, stehen wir regelmäßig im Kontakt. So haben wir nun in gemeinsamer Absprache den Versuch, Dr. Galo Alvear Vitery für eine Vortragsreise nach Deutschland zu holen, erneut verschoben. Die aktuelle pandemische Situation macht Reisen und öffentliche Auftritte derzeit unmöglich.

Dabei ist gerade die Situation von Covid19 und die Unterschiede im Umgang mit der Pandemie der beiden Länder, also Deutschland und Ecuador, sehr interessant. Während hier die vierte Welle stark im Anrollen ist, so ist in Ecuador ein deutlicher Rückgang der Fälle zu verzeichnen, so dass das öffentliche Leben wieder losgeht. So dürfen die Stadien wieder bis zu 75% gefüllt werden und am 6. Dezember dürfen die jungen Menschen in den Präsenzunterricht zurückkehren.

Die wirtschaftliche Frage bleibt jedoch kompliziert. Während wir hier in Deutschland alle Nothilfen zur Verfügung haben, erholt sich die Wirtschaft in Ecuador nur langsam. Die Landwirtschaft läuft zwar weiter, jedoch ohne eine Hilfe von außen. Da es in den Krankenhäusern an Medikamenten mangelt, müssen diese privat in Apotheken eingekauft werden. Dies ist ein riesiges Geschäft und alle kommen da finanziell an ihre Grenzen.

Auch die soziale und politische Situation im Land ist angespannt. Zuletzt gab es wieder Kämpfe im Gefängnis von Guayaquil, dass in der Provinz Guayas liegt, wo auch unser Arzt Dr. Galo lebt. Durch den internationalen Drogenhandel ist die Kriminalität nicht nur in den Gefängnissen stark angestiegen, sondern drückt sich auch im öffentlichen Leben aus. Die pandemische und wirtschaftliche Krise verschärft dieses Problem.

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Zur Situation in den Gefängnissen Ecuadors

Die dramatische Situation in den Gefängnissen von Ecuador hat es in den deutschen Medien wieder in die Schlagzeilen geschafft. Alle großen Medien berichteten über den Ausnahmezustand in den Gefängnissen und die Unruhen, die mit über 100 Toten einhergingen. Wir haben natürlich auch unseren Freund und Arzt Dr. Galo Alvear Vitery aus Salitre in der Provinz Guayas befragt, was er zu der Situation sagt. Immerhin ist wieder einmal das Hauptgefängnis für die Provinz Guayas betroffen, dass in der Nähe der Millionenstadt Guayaquil liegt.

Dr. Galo meint dazu, dass Ecuador in den letzten Jahren ein massives Kriminalitätsproblem hat. Es liegt vor allem an der geostrategischen Lage für den Drogenhandel. Ecuador ist von den Großproduzenten von Koka wie Kolumbien und Peru eingeklemmt. Zudem haben Drogenkartelle aus den Nachbarländern sowie aus dem Norden wie Mexico, das kleine Land als neue Basis auserkoren. Jeden Tag wird irgendwo Kokain beschlagnahmt, dass auf dem Landweg, zu Luft oder Wasser exportiert werden soll.

Aus diesem friedlichen Land ist nun ein Land der Auseinandersetzungen und Kämpfe um Macht geworden. Diese Kämpfe um Macht und Territorium finden auch in den Gefängnissen statt. Dort haben die kriminellen Gruppen durch korrupte Sicherheitsbeamte Zugriff auf Waffen bis hin zu Maschinengewehren. Die kriminellen Gruppen und Kartelle besitzen ebenso eine schlagkräftige Armee.

Das Resultat für diese Entwicklung und vor allem der Auseinandersetzungen unter den Kartellen sind dann die Morde und Massaker in den Gefängnissen. Zuletzt musste die Armee gerufen werden, die Tage brauchte, um in das Gefängnis vorzurücken. Dr. Galo ist jedenfalls zutiefst besorgt über diese Situation und die Entwicklung des Landes mitsamt der Kriminalität.

Auch ältere Menschen werden medizinisch betreut

Unser Arzt Dr. Galo Alvear Vitery betreut nicht nur Kinder und Jugendliche im Rahmen unseres Gesundheitsprojektes in Salitre/Ecuador, sondern jüngst hat er auch ältere Menschen besucht, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Dazu schrieb uns Dr. Galo: „Auf Einladung meiner lieben Freundin Ing. Lourdes Haro haben wir gestern 40 ältere Menschen in extrem gefährdeter Situation besucht. Wir führten ein persönliches Vitalwertregister durch, entwurmten und gaben Vitamin C. Es war ein schöner Tag solidarischer Arbeit voller Zuneigung.“

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