Unterstützt Kuba – beendet die Blockade!

Mit einem gemeinsamen Aufruf vom Lateinamerika-Arbeitskreis tierra unida und der Regionalgruppe von Cuba Sí in Potsdam wollen wir dazu aufrufen, die Petition „Deutschland mit Europa – Für ein Ende der Blockade gegen Kuba“ zu unterschreiben und die Öffentlichkeit über die verheerende Politik der USA und Europa zu informieren. Zeigen wir uns mit Kuba solidarisch, informiert euch und werdet aktiv! Unterstützt die europaweiten Kampagnen wie „Unblock Cuba“ und die Petition „Deutschland mit Europa – Für ein Ende der Blockade gegen Kuba“. Sprecht mit Bekannten, mit Verwandten, mit Freund*innen, sprecht mit ihnen zu Hause, in der Schule oder auf Arbeit über die Blockade und die Unterstützungsmöglichkeiten.

Lateinamerika-Arbeitskreis tierra unida und Cuba Sí Regionalgruppe Potsdam

Petition auf change.org

Aufruf Unterstützt Kuba

Unterstützt Cuba

 

 

 

Damals: Als Tierra Unida noch Nicaragua unterstützte

Die Zeit verrennt – und so auch die Jahre von Tierra Unida, dem Lateinamerika-Arbeitskreis aus Potsdam. In vielen Gesprächen und Diskussionen wird immer wieder klar, wie alt unser Verein eigentlich ist und wie präsent er auch schon vor über 30 Jahren war. Gerade im Zuge der Debatte um „30 Jahre politische Wende“ wurde klar, wir waren damals in der Opposition und Teil einer großen Bürgerrechtsbewegung, die Veränderungen wollte.

Aber auch damals schon gab es Solidaritätsprojekte mit anderen Ländern im Süden, wie Nicaragua, dass seit jeher in der staatssozialistischen, aber auch nichtstaatlichen Solidaritätsbewegung, eine große Rolle spielte. Immerhin erkämpfte die dortige Bevölkerung gegen eine Diktatur ihre Freiheit und versuchte mit einem vom Ostblock geförderten sozialistischen Modell einen alternativen Sozial- und Wirtschaftsweg in Lateinamerika.

Fundstücke aus der Zeit, die das Engagement, die Arbeit und die Debatten im Lateinamerika-Arbeitskreis prägten, gibt es leider nur wenige. Umso wichtiger erscheint es uns, die verbliebenen Fundstücke und Schnipsel der Arbeit von Damals zu präsentieren. Im Archiv der Tageszeitung Neues Deutschland (ND) vom 08.10.1992, auch online einsehbar, gibt es unter anderem folgenden Artikel bzw. Vorstellung des Vereins Tierra Unida. Achtung: Die Adresse und die Kontoverbindung stimmen schon lange nicht mehr…

 

VORGESTELLT

tierra unida

Der Potsdamer Lateinamerika-Arbeitskreis „tierra unida“ durchlief eine für unabhängige DDR-Organisationen typische Entwicklung. Es begann 1983 unter dem Dach der Erlöserkirche mit dem Packen von Paketen für Tansania. Mitte der 80er Jahre knüpften die Enthusiasten Kontakt zu anderen Organisationen über das Netzwerk INKOTA. Nach der Wende lösten sie sich von der Kirche und wurden zum eingetragenen Verein.

Sie stellten Nikaragua wegen des alternativen Sozialismusmodells in den Mittelpunkt ihres Interesses und organisierten Informationsveranstaltungen und konkrete Hilfsaktionen wie Brillen oder Schuhsammlungen für Nikaragua. Doch wirken wollen sie nicht zuletzt im eigenen Land. „Bewußtseinsbildung“ ist ihr Schlagwort. Informationen über die Unterdrückung in der „Dritten Welt“ sollen dazu beitragen, daß wir im Norden umdenken und bewußter handeln und auch einkaufen. In einer Kaffeekampagne z.B. riefen sie dazu auf, nur Kaffee zu einem gerechten Preis, also dem aus den „Dritte-“ oder „Eine-Welt- Läden“ zu kaufen.

In Nikaragua unterstützt tierra unida zusammen mit FUNCOD (Fundacion Nicaraguense Para la Conservacion y Desarollo) ein Projekt, das die Bauern zu einem umweltbewußteren Umgang mit ihrer einzigen Wasserquelle, dem Rio Grande, veranlassen soll. Zum Thema 500 Jahre Conquista werden in Potsdam Filmvorführungen und Ausstellungen veranstaltet.

Kontakt: tierra unida, Berliner Str. 49 (Haus der Jugend), O-1560 Potsdam

Spenden: Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam, Konto-Nr.: 331 023 563, BLZ: 160 521 02

TU ND Damals

Die postkoloniale Audio-Guide App für Potsdam

Als Lateinamerika-Arbeitskreis Tierra Unida e.V. wollen wir gerne auf dieses interessante Projekt der Arbeitsgruppe Postcolonial Potsdam hinweisen, die sich mit Spuren der deutschen und preußischen Kolonialgeschichte und dem postkolonialen Schweigen im heutigen Potsdam beschäftigt.

Nun gibt es zur Erkundung der Kolonialgeschichte eine Audio-App, mit der ein Spaziergang durch den Park Sanssouci und die Potsdamer Innenstadt gemacht werden kann. An verschiedenen Stationen der deutschen Kolonialgeschichte gibt es informative Audiobeiträge auf Deutsch und Englisch. Die App steht frei zur Verfügung auf https://map.postcolonialpotsdam.org

tu audio giude

 

Internationaler Hiroshima-Gedenktag

Anlässlich des Hiroshima-Gedenktags am 6. August 2020 wollen wir als Tierra Unida daran erinnern, welch wichtige Rolle Potsdam in der Geschichte als Ort der Entscheidung zum Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki gespielt hat und zum anderen darauf verweisen, wie wichtig es auch heute noch ist, sich für eine friedliche und nuklearwaffenfreie Welt einzusetzen. Die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki jähren sich in diesem Jahr zum 75. Mal.

Am 6. August 1945 um 8:15 Uhr Ortszeit löste der US-Bomber Enola Gay die Bombe in 9.450 Metern Höhe aus. Eine Minute später detonierte sie über dem Stadtzentrum, wobei es aufgrund von Druckwelle und Hitze zu schwerwiegenden Zerstörungen und Zehntausenden Toten kam. Die Stadt Nagasaki wurde am 9. August 1945 bombardiert. Angeordnet wurden die beiden bisher einzigen kriegsbedingten Abwürfe von Atombomben in Potsdam am 25. Juli. Seit 1947 wird in Hiroshima und seit vielen Jahren auch weltweit an den Abwurf der Atombomben gedacht.

frieden

Sommerklausur von Tierra Unida

Am Wochenende trafen sich einige aktive Mitglieder von Tierra Unida zur Sommerklausur, um bestehende Projekte zu evaluieren und um über die zukünftige Arbeit wie die Projektarbeit, Mitgliedergewinnung und Spendenakquise sowie potentielle Veranstaltungen zu sprechen. Im Fokus standen dabei die beiden kontinuierlichen Projekte in Ecuador und Kolumbien.

tu sommerklausur 2020

Petition: Brandenburg hat Platz!

Mehrere Organisationen, darunter Potsdam-Konvoi, weisen seit langem auf die katastrophale Situation von geflüchteten Menschen auf den griechischen Inseln hin. Mittlerweile leben mehr als 20.000 Menschen in der provisorischen Zelt-Stadt Moria – darunter viele alte Menschen und rund 6500 Kinder und Jugendliche, ca. 1000 davon unbegleitet. Diese sind extremen Bedingungen, Unsicherheit, Gewalt und nun auch einer drohenden Epidemie ausgesetzt. Die hygienischen Bedingungen sind entwürdigend, es gibt kaum Wasser und Seife.

Schon ohne Corona ist aufgrund der desaströsen Bedingungen der Gesundheitszustand der meisten geflüchteten Menschen in Moria schlecht. Die medizinische Versorgung im Lager sowie auf der ganzen Insel ist schon lange äußerst mangelhaft bis nicht vorhanden. Diese menschenunwürdigen Zustände an den Außengrenzen sind politisch so gewollt und ein Teil der Abschreckungs- und Abschottungspolitik der Europäischen Union.

Die Initiatoren einer Petition, der wir uns anschließen, fordern nun, dass das Bundesland Brandenburg Verantwortung übernimmt und sich nicht weiter hinter den leeren Versprechungen der Bundesregierung zurückzieht. Menschenrechte, Würde und Verantwortung hören nicht an Grenzen auf. Deshalb wird ein Landesaufnahmeprogramm gefordert, um hier mindestens 2000 Geflüchtete aufzunehmen. In Berlin und Thüringen werden gerade Landesaufnahmeanordnungen vorbereitet, um Geflüchtete von den griechischen Inseln aufzunehmen. Das fordern wir auch für Brandenburg.

Alles weitere hier: Brandenburg hat PlatzPlakat TU Konvoi

 

Corona-Nothilfe in Salitre/Ecuador ist gestartet

Unser Arzt Dr. Galo Alvear Vitery hat in den zurückliegenden Tagen eine Schlange von wartenden Menschen aufgesucht, die bei der einzigen Bank der Kleinstadt Salitre auf die Auszahlung ihrer COVID19-Unterstützung von 60 Dollar anstanden. Die Regierung hat verfügt, dass Menschen ohne Ressourcen für zwei Monate je 60 Dollar bekommen dürfen. Bereits seit 4 Uhr in der Früh warteten dort die Menschen, von denen sie ihren Lebensunterhalt in dem von Wirtschaftskrise und Pandemie stark gebeutelten Land bestreiten müssen.

In Ecuador gibt es eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Viele jedoch können sich Masken oder ihre adäquate Reinigung nicht leisten. Am 13. und 14. Mai hat Dr. Galo Alvear Vitery rund 400 Atemschutzmasken verteilt und zudem die Temperatur jeder einzelnen Person mit einem nicht-invasiven Infrarot-Thermometer gemessen, um Fieber zu erkennen. Von unserer finanziellen Unterstützung konnte sich Dr. Galo Alvear Vitery zudem notwendige medizinische Geräte besorgen. In den folgenden Tagen werden wir unser Solidaritätsprojekt in Zeiten von COVID19 fortsetzen.

Fotos der COVID19-Nothilfe in Salitre 13. Mai als PDF-Dokument

Fotos der COVID19-Nothilfe in Salitre 14. Mai als PDF-Dokument

galo hilfe

Corona-Nothilfe für das Gesundheitsprojekt in Ecuador

Viele werden es bereits aus den Medien erfahren haben. Ecuador und im Besonderen die Provinz Guayas mit der Millionenstadt Guayaquil, gehören zu den am stärksten von der Covid19-Pandemie betroffenen Regionen. Ecuador und die Provinz Guayas, wo sich in der Kleinstadt Salitre auch unser Gesundheitsprojekt mit dem Arzt Dr. Galo Alvear Vitery befindet, ist zu einem Brennpunkt der Corona-Kriese in Lateinamerika geworden. Die Ausgangssperre und Sicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bedrohen nicht nur Kleinstgewerbetreibende, Markt- oder Straßenverkäufer, die auf ein tägliches Einkommen angewiesen sind, sondern mittlerweile viele Menschen, die nur über wenige Ressourcen in dem tief verschuldeten und wirtschaftlich kriselnden Land verfügen. Die Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung ist weiterhin sehr prekär. Damit Dr. Galo Alvear Vitery ein kleines Notprogramm organisieren kann, haben wir ihm eine finanzielle Nothilfe zur Verfügung gestellt. Über Spenden für weitere Hilfen sind wir dankbar.

tu nothilfe

 

Ein poetisch-politischer Bericht von Galo aus Ecuador

Ein poetisch-politischer Bericht von Dr. Galo Alvear Vitery, unser Tierra Unida-Mitglied aus Salitre (Provinz Guayas), über die aktuelle Situation in Ecuador:

„Dort können sie sehen, wie groß das Geschehen in Guayaquil ist, das mit keiner anderen Stadt des Landes vergleichbar ist. Diese friedliche Stadt erhielt eine Bombe aus der Luft in das Herzen der Stadt wie Hiroshima. “

Das waren die Worte der Bürgermeisterin von Guayaquil in einem Interview von Ecuavisa. Sie wies auch darauf hin, dass „ihre Gemeinde nicht gewartet hat, sondern wie die Spartaner nach dem Feind gesucht hat, um ihn in einer Kriegswirtschaft zu bekämpfen.“

Aufgrund ihres politischen Hintergrunds und ihrer arroganten Handlungsweise, die sie sogar dazu veranlasste, den Flughafen zu schließen, um die Landung eines humanitären Fluges zu verhindern, kann gefolgert werden, dass sie im Fall von Hiroshima auf der Seite derer gewesen wäre, die die Bombe abgeworfen haben und nicht bei den massakrierten Japanern, genauso wie in der Schlacht bei den Thermopylen, notwendigerweise ihre bedingungslose Unterstützung für den persischen König Xerxes und nicht Leonidas, den Verteidiger seines Volkes.

Weder die Bürgermeisterin noch ihr Gesprächspartner sagten etwas über die Ankunft von Patient 1 und der Kontaminationsfeier, es wurde nichts über das Fußballspiel in vollem Alarmzustand gesagt und nichts wurde über den falschen Arzt gesagt, der die Tests unterschrieben hat, die gemacht und verarbeitet wurden und das positive Ergebnis an nur einem Tag übermittelte.

Die Anordnung ist total, Quarantäne und Ausgangssperre bei der Miliz sowie der Zivil- und Kommunalpolizei. Auf das niemand rausgeht! … Die Wahrheit ist, dass wir alle unter demselben Ungewitter sind, aber auf verschiedenen Schiffen; Einige, die wenigsten, bei All-Inclusive-Kreuzfahrten und die meisten in Kanus oder Paddelbooten ohne Essen, ohne Zugang zu Medikamenten, ohne Arbeit, ohne Geld und mit Toten in ihren Häusern.

Klassenunterschiede sind heute mehr denn je offensichtlich und lassen keinen Zweifel offen.

Hat jemand von dieser Pandemie profitiert? Ich würde sagen, dass es wie immer die großen transnationalen Unternehmen sind, die Arznei, Impfstoffe usw. herstellen. Und natürlich die Besitzer von Google, Facebook sowie Internet- und Handyanbietern. Banken verlieren nicht und die großen Filialisten, die Lebensmittel und Vorräte liefern, auch nicht. Die Politiker, verabscheuungswürdige Charaktere, die versuchen, ihr Glück mit dem Schmerz und dem Tod derer zu machen, die sie ins Amt gebracht haben, derer, die ihnen mit ihren Stimmen Arbeit gaben, als sie ihre Viertel besuchten, in die sie nie wieder Fuß fassen werden und die Menschen Arbeit versprachen: Stimme für mich, stimme für mich.

Im großen Universum der Verlierer nehmen die Studenten einen hohen Platz ein. Online-Kurse, sagte der Außenminister, in einem Land, das sie von der dritten in die vierte Welt hievten.

Das Gesundheitssystem wurde schwer bestraft: Die Ärzte, Krankenschwestern, Sanitäter usw. wurden in schlecht bezahlte, schlecht geschützte und unbeständige Arbeiter verwandelt. Die Patienten wurden in Klienten verwandelt; Wissenschaft wurde ein Geschäft…

https://www.eluniverso.com/noticias/7785484/mapa-coronavirus-covid-Ecuador

 

Als José Arcadio Buendía bewusstwurde, dass die Pest ins Dorf eingedrungen war, berief er die Familienvorstände, um ihnen zu erklären, was er von der Schlaflosigkeitskrankheit wusste., und man besprach Maßnahmen, um zu verhindern, dass die Plage auf andere Siedlungen des Moores übergriff. So nahm man denn den Ziegenböcken die kleinen Schellen ab, welche die Araber gegen die Papageien geliefert hatte, und stellte sie am Dorfeingang denjenigen zur Verfügung, welche die Ratschläge und Bitten der Wachposten in den Wind schlugen und darauf bestanden, das Dorf zu besuchen. Jeder Fremde, der zu jener Zeit Macondos Gassen durchwanderte, musste seine Schelle erklingen lassen, damit die Kranken wussten, dass er gesund war. Während seines Aufenthaltes durfte er weder essen noch trinken, da kein Zweifel darüber bestand, dass die Krankheit sich nur durch den Mund übertrug und dass alles Ess- und Trinkbare von der Schlaflosigkeit angesteckt war. Auf diese Weise wurde die Plage auf den Umkreis des Dorfes beschränkt. Die Quarantäne war wirksam, so wirksam, dass der Tag kam, an dem der Notstand als etwas Natürliches galt und das Leben sich so einrenkte, dass die Arbeit ihren Rhythmus wiederfand und niemand mehr der überflüssigen Gewohnheit des Schlafens nachtrauerte.

(Gabriel García Márquez, Hundert Jahre Einsamkeit)

Guayaquil