Gesundheitsprojekt in Ecuador – Halbjahresstand

Das Gesundheitsprojekt in Salitre/Ecuador läuft wie gewohnt weiter und unser Arzt Dr. Galo Alvear Vitery hat uns wie üblich seinen Halbjahresstand mitgeteilt. Dr. Galo ist an den verschiedenen Schulen der Region um die Kleinstadt Salitre herum unterwegs, um mit den Schülerinnen und Schülern Gesundheitsprävention durchzuführen und antiparasitäre Medikamente zu verabreichen. Auch andere medizinische Konsultationen kann er bei Bedarf anbieten.

Von Januar 2018 bis in den laufenden Monat Mai hinein, hat er nun neun Visitationen an verschiedenen Schulen abgeschlossen und dabei 2374 Schülerinnen und Schüler erreicht. Zwei Mal im Jahr bekommt Dr. Galo dabei eine finanzielle Unterstützung von „tierra unida“, damit er die Kosten für die Visitationen abdecken kann. Spenden für unser Gesundheitsprojekt sind selbstverständlich herzlich willkommen.

Liste von Dr. Galo über besuchte Schulen
Liste von Dr. Galo über besuchte Schulen

Pädagogische Arbeit in Icononzo geht voran

Valentina Beltrán, unsere Partnerin des Friedensprojektes und Mitglied der FARC, hat wieder mal ein paar Fotos aus der Wiedereingliederungszone der Gemeinde Icononzo veröffentlicht, wo wir als „tierra unida“ den Aufbau und die Ausstattung eines Kindergartens unterstützen.

In dem Dorf La Fila der Gemeinde Icononzo sollen im Kontext der Wiedereingliederung der ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer der FARC vor allem die Kinder als zukünftige Generation im Vordergrund stehen. Mit dem Friedensprozess und dem endgültigen Abkommen haben viele Kämpferinnen Kinder bekommen, die nun in einem adäquaten Umfeld groß werden sollen. Dies wollen wir unter anderen Organisationen mit unserem Friedensprojekt fördern.

Informationen zum Friedensprojekt finden sie hier Kinder des Friedens

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Veranstaltung zu Brasilien

Der Lateinamerika-Arbeitskreis „tierra unida“ führte eine Veranstaltung zur aktuellen politischen Situation in Brasilien durch. Vor 20 interessierten Personen referierte Mario Schenk, selbst bei „tierra unida“, zu den neuesten justiziellen Entwicklungen gegen Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und seiner Arbeiterpartei (PT), zur Polarisierung der Gesellschaft im Fall „Lula“, aber auch über die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im Oktober, in der Lula da Silva derzeit die Umfragen weit anführt. Mario Schenk lebte viele Jahre in Brasilien und forscht derzeit zu Landkonflikten in Brasilien am Lateinamerika-Institut der FU Berlin.

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„tierra unida“ läuft für den Frieden

Unser sportliches tierra unida-Mitglied Jan Wenzel ist am Sonntag in Leipzig bei einem Marathon mitgelaufen und hat daraus einen Spendenlauf initiiert. Für jeden angefangenen Kilometer wollte Jan 10 Euro für das Friedensprojekt in Kolumbien akquirieren. Ursprünglich wollte Jan in Barcelona mit seinem Freund Pablo Vasquez aus Guatemala laufen, doch den Lauf-Termin musste er wegen eines grippalen Infektes auf das vergangene Wochenende nach Leipzig verlegen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen erreichte Jan eine starke Leistung von 4 Stunden und 16 Minuten für die 42,195 Kilometer. Auch Spenden konnte er für unser soziales Projekt gewinnen. Hierzu sagte er: „In den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen formuliert das Ziel 4 den Anspruch auf „inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung“. Dieses Projekt leistet einen ganz kleinen Beitrag indem es Grundlagen für die Arbeit mit Kindern möglich macht, damit diese eine neue und friedliche Zukunft in Kolumbien gestalten können.“

Zur Spendenaktion von Jan

Herzlichen Glückwunsch!

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Fotos aus Icononzo

Valentina, unsere Ansprechpartnerin für unser Friedensprojekt in Icononzo in Kolumbien, hat uns wieder einmal Fotos aus der Wiedereingliederungszone gesendet, wo wir den Aufbau und die Ausstattung eines Kindergartens unterstützen. Dort sollen die Kinder der ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer der FARC die Möglichkeit bekommen, in einem würdevollen und friedlichen Umfeld aufzuwachsen. Wir als „tierra unida“ sammeln weiterhin Spenden für dieses Friedensprojekt.

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Valentina (rechts)
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Kindergeburtstag in Icononzo

Veranstaltung „Kolumbien, Koka und Konflikte“

Im Rahmen des „Chill Out-Tresen“ wird Christian Raschke, Mitglied bei tierra unida e.V., aus seinen Arbeitserfahrungen der Friedens- und Konfliktarbeit in Kolumbien berichten. Die Veranstaltung mit dem Titel „Kolumbien, Koka und Konflikte“ findet am Mittwoch, den 18.04., um 19 Uhr im Spartacus Potsdam statt. Der Tresen des Chill Out e.V. findet ab sofort alle 2 Monate statt und im Kontext der Themen Rausch und Realitäten stehen.

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Solidaritätskampagne für entführte Journalisten

Die Welt ist klein, so auch in diesem Fall.

Die Tochter von unserem tierra unida-Mitglied Dr. Galo Alvear Vitery aus Ecuador, der dort in Salitre mit unserer Unterstützung seit vielen Jahren ein Gesundheitsprojekt durchführt, ist mit den drei Personen befreundet, die im Norden Ecuadors an der Grenze zu Kolumbien entführt worden sind.

Der Kreis schließt sich, weil sich die entführten Journalisten bzw. Begleiter in den Händen von Dissidenten der ehemaligen FARC befinden, die sich dem Friedensprozess in Kolumbien entfernt haben. Wir als tierra unida haben in Kolumbien ein Friedensprojekt im Rahmen des Friedensprozesses mit ehemaligen Kämpfern und Kämpferinnen der FARC.

Die drei entführten Personen sind Javier Ortega (Journalist), Paúl Rivas (Fotograph) und Efraín Segarra (Fahrer). Sie alle wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer abtrünnigen Gruppe der ehemaligen FARC entführt, als sie eine Reportage zur politischen und sozialen Situation im Grenzgebiet zwischen Ecuador und Kolumbien machen wollten. Dort gibt es seit einigen Monaten eine gewaltvolle Zuspitzung und Kämpfe mit Sicherheitskräften um Territorien und Drogenhandel. Hierbei geht es auch um die Nichterfüllung des Friedensabkommens der kolumbianischen Regierung und daraus resultierenden mangelnden Perspektiven, weshalb sich einige Personen kriminellen Strukturen anschließen.

Da kritische und investigative journalistische Arbeit in vielen Teilen der Welt immer schwieriger durchzuführen ist, und weil wir als tierra unida aus oben genannten Umständen in beiden Ländern mit sozialen Projekten verbunden sind, unterstützen wir die weltweite Solidaritätskampagne „Nos faltan tres“ (Uns fehlen drei). Wir hoffen auf ihre baldige Freilassung und fordern weltweit eine Wertschätzung für journalistische Arbeit und damit verbundene Sicherheitsgarantien.

Nos faltan tres!

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Veranstaltung: Ein politischer Blick auf Brasilien

„Tierra unida“ organisiert eine Veranstaltung:

Das Land Brasilien taucht aktuell in den Medien wieder als ein Krisen geschütteltes Land auf. Im Oktober dieses Jahres finden die Präsidentschaftswahlen statt und das Land befindet sich in einem heißen Wahlkampf. Seit Februar dieses Jahres regiert per Dekret das Militär in großen Teilen von Rio de Janeiro und deren populärste Kritikerin, die sozialistische Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco, wird Mitte März von para-polizeilichen Milizen ermordet – ein Zeichen sowohl gegen das Establishment, als auch gegen eine Linke abseits vom Parteienspektrum. Die einst große linke Arbeiterpartei und Teile der sozialen Bewegungen erleben Schmähungen.

Wohin treibt dieses große Land? Was wurde und wird aus der Linken in Brasilien?

Der Referent Mario Schenk entwirft einen Überblick über die aktuell angespannte Situation in Brasilien, die durch eine nie dagewesene Polarisierung der Gesellschaft und soziale und politische Rückschritte geprägt ist. Und Schenk wagt einen Ausblick auf die Präsidentschaftswahl 2018, bei der ein Rechtsaußen-Kandidat aussichtsreiche Chancen hat, der die Todesstrafe für minderjährige Straftäter fordert oder das Eingreifen des Militärs in die Politik gutheißt. Während dem früheren, heiß geliebten Präsident und Kandidat der linken Arbeiterpartei PT, Lula da Silva, 12 Jahre Gefängnis drohen.

Referent: Mario Schenk promoviert im Rahmen der Forschungsgruppe GLOCON an der Freien Universität Berlin zu globalen Transformationen und Landkonflikten in Brasilien.

Datum: Donnerstag, 26.04.2018, um 19 Uhr

Ort: Buchladen Sputnik, Charlottenstr. 28, 14467 Potsdam

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Vorstellung des Friedensprojektes auch im Kirchenkreis

Joachim Briesemann, jahrzehntelanges Mitglied bei „tierra unida“, hat jüngst unser Friedensprojekt in Kolumbien zum Aufbau und der Ausstattung eines Kindergartens in der Kirchenpost der Erlöserkirchengemeinde, Heilig-Kreuz-Gemeinde und Kirchengemeinde Geltow vorgestellt. Hierbei sei erinnert, dass „tierra unida“ seine Ursprünge in den 1980-er Jahren in der Kirche und in der Oppositionsarbeit der ehemaligen DDR hatte. Auch damals war die Friedensarbeit elementarer Bestandteil unserer 35-jährigen Potsdamer Solidaritätsorganisation.

Die Kirchenpost Titelblatt
Die Kirchenpost Titelblatt
Artikel aus der Kirchenpost
Artikel aus der Kirchenpost

Tipp: Kurzdoku zum Friedensprojekt in Icononzo/Kolumbien

Während des 50-jährigen bewaffneten Konflikts in Kolumbien bedeutete die Rolle als Guerillakämpfer in der aufständischen Organisation der FARC, dass ihre Mission in der „Sache“ des Kollektivs an erster Stelle stand. Für weibliche Kämpferinnen hieß es, das Recht auf eine Geburt aufzugeben. Schwangerschaften wurden von der FARC verboten, sie standen diametral einer Volksarmee und dem Kriegszustand entgegen. Aber als die Guerillagruppe ein Friedensabkommen mit der kolumbianischen Regierung aushandelte, wurden die Schwangerschaftsbeschränkungen aufgehoben.

doku

Jetzt mit dem endgültigen Friedensabkommen von 2016 wollen sich die über 7.000 FARC-Mitglieder wieder in das zivile Leben eingliedern und die ehemalige Guerillaorganisation erlebt einen Babyboom. Korrespondent Michelle Begue, im Auftrag von CGTN America, reiste vor drei Monaten in die Wiedereingliederungszone nach Icononzo, wo „tierra unida“ das Friedensprojekt mit Frauen und Kindern der FARC ausübt. In der Kurzdoku (Englisch, 10 Minuten)  tirfft sie unsere Koordinatorin Valentina und es wird erklärt, warum die Babys der ehemaligen FARC-Rebellen „Produkte des Friedens“ genannt werden – unsere „Kinder des Friedens“, wie unser Friedensprojekt dort heißt.