Unser Arzt Dr. Galo Alvear Vitery hat für Tierra Unida das Gesundheitsprojekt im ersten Halbjahr mit einem Einsatz in Bocana de Abajo an der Eloy-Alfaro-Schule abgeschlossen. Dort wurde neben dem klassischen Programm der Gesundheitsaufklärung und -fürsorge in der Schule auch einen Fernseher übergeben – zwar schon etwas älter, aber funktionsfähig. Alleine in jener Schule konnten 131 Kinder und Jugendliche über das Gesundheitsprojekt erreicht werden.
Im Zuge des schweren Erdbenens in Venezuela rufen wir als Lateinamerika-Arbeitskreis tierra unida e.V. zur Unterstützung für die Menschen im Land auf. Eine gute Option ist folgende Webseite mit Spendenmöglichkeit: https://entwicklung-hilft.de/
„Entwicklung Hilft“ ist ein Bündnis aus elf großen Organisationen mit Erfahrung im entwicklungspolitischen Engagement. Im Katastrophenfall kommt es auf schnelle und effektive Hilfe an. „Entwicklung Hilft“ kann aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sicherstellen, dass alle Spenden dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Das Gesundheitsprojekt wird trotz der prekären Sicherheitslage im Kanton Guayas fortgesetzt. Wir berichteten über das Massaker und „Die 8 von Salitre“. Aufgrund der Situation braucht es nun eine Erlaubnis vom Ministerium für den Besuch von Schulen. Dies ist erfolgt und Dr. Galo Alvear Vitery konnte die Schulen „Primero de Mayo“ und „Francisco Robles“ in und um Salitre im Rahmen unseres Gesundheitsprojektes aufsuchen. Weitere gesundheitsfördernde Tätigkeiten in anderen Bildungseinrichtungen stehen noch aus.
Der Fall, der als „Die 8 von Salitre“ bekannt ist, bezieht sich auf das Verschwinden und die anschließende Entdeckung ihrer Leichen, quasi einer Gruppe von acht jungen Menschen aus der Nähe von Salitre und Daule. Sie reisten am 31. Mai 2026 aus der Gegend um Salitre, wo wir als Verein unser Gesundheitsprojekt haben, zum Kanton Milagro. Dort wollten sie in einen Motorradladen, um Dokumente für ein zuvor gekauftes Motorrad abzuholen. Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen und beunruhigte die Menschen vor Ort.
Lokale Videoüberwachungskameras registrierten die Ankunft der jungen Menschen im Stadtzentrum von Milagro, aber auch, wie sie von vier schwer bewaffneten Personen direkt vor dem Motorradladen abgefangen wurden. Am Mittwoch, den 3. Juni, meldeten Arbeiter in der Gegend die Entdeckung von acht Leichen im Sektor Las Cañitas, die Leichen wurden in Säcken verpackt. Die Kriminalistik aus Guayaquil stellte fest, dass die Todesursache durch Schüsse in den Kopf erfolgte. Es muss hier also von einem Massaker gesprochen werden.
Während die Polizei auf Kämpfe zwischen Banden hinwies oder die Staatsanwaltschaft vermutete, es könne sich um eine Verwechselung der jungen Menschen durch eine kriminelle Organisation handeln, da der Kanton Milagro ein umkämpftes Territorium rivalisierender krimineller Banden ist, lehnen Familie, Freunde und Nachbarn der Opfer diese Version kategorisch ab. Sie wollen nicht, dass ihre Kinder, alles Bauern, Mechanikern, Studierenden und alle mit Eltern ohne Strafen, in die Nähe der mafiösen Machenschaften gerückt werden. Tausende begleiteten die getöteten jungen Menschen bei ihrer Beerdigung.
Der „Fall der 8 von Salitre“ zeigt noch einmal deutlich, wie prekär und gefährlich die Lage in Ecuador ist. Mafiöse Strukturen kontrollieren weite Teile des Landes und die Politik gilt als korrupt und unfähig, die Probleme des Landes zu lösen. Auch unser Arzt des Gesundheitsprojektes vor Ort hat mit den Auswirkungen zu tun. Schon seit Jahren sind die Besuche von Schulen und anderen Einrichtungen auf dem Land mit einer Gefahr verbunden. Nun braucht Dr. Galo für das Betreten der Schulen sogar eine offizielle Erlaubnis vom Ministerium. Das strukturelle Problem der Gewalt und Kriminalität wird dadurch jedoch nicht gelöst.
Die USA bedrohen das Leben der Menschen auf Kuba. Nach jahrzehntelanger Blockade und dem aktuellen Versuch des Abschneidens des Landes von allen lebenswichtigen Ressourcen und globaler Handelswege, wird der Würgegriff immer enger und die Menschen sind in ihrem Leben bedroht.
Immer wieder fordern US-amerikanische Politiker eine militärische Intervention in Kuba. Wir wollen jedoch unsere Solidarität mit den kubanischen Menschen zum Ausdruck bringen und sagen: Hände weg von Lateinamerika – Solidarität mit Kuba!
Deshalb rufen wir als Tierra Unida dazu auf, an der zentralen Kundgebung „Hände weg von Lateinamerika – Solidarität mit Kuba“ am 28.06., ab 14 Uhr auf dem Pariser Platz in Berlin teilzunehmen. Diese wird vom Solidaritätsnetzwerk Cuba Sí organisiert.
Zur Kuba-Solidarität gibt es weitere Veranstaltungen in Berlin, so am 10.7. eine Soli-Party von den Interbrigadas für die Anschaffung eines elektrischen Triciclos auf Kuba und am 18.07. die große Fiesta de la Solidaridad ab 14 Uhr in der Parkaue Lichtenberg.
Unser Gesundheitsprojekt läuft trotz der Widrigkeiten in Ecuador weiter. So konnten wir im letzten halben Jahr, also von Dezember bis jetzt, fast junge 500 Menschen mit unseren gesundheitsfördernden Maßnahmen erreichen. Dabei war unser Arzt Dr. Galo Alvear Vitery in sechs unterschiedlichen Schulen rund um Salitre unterwegs. Er besuchte unter anderem die Schulen FCO Robles in Matilde, Eloy Alfaro in Bocana, Sta. María in Porvenir oder Marikita in Virgen del Carmen, die alle im Kanton Salitre in der Provinz Guayas liegen. Zu den gesundheitsfördernden Maßnahmen gehört neben Aufklärung auch das Verabreichen von Vitaminen und Anti-Parasita.
Die Arbeit in unserem Gesundheitsprojekt in Salitre/Ecuador geht weiter. So war Dr. Galo Alvear Vitery wieder unterwegs, um jungen Menschen zu helfen. Anbei ein paar Fotos von seiner Aktion.
Venezuela und der globale Spiegel: Die „Weimarisierung“ der Politik in einer multipolaren Welt“ In einem Jahr extremer geopolitischer Volatilität – gezeichnet durch Krisen im Nahen Osten und den Umbruch der internationalen Ordnung – ist Venezuela kein isolierter Fall einer traditionellen Diktatur, sondern das Paradigma eines „neuen Autoritarismus“ des 21. Jahrhunderts. Am 2. April 2026 um 18.30 Uhr im Projekthaus Potsdam. Der Eintritt ist frei!
Der Nuestra América Convoy ist eine internationale humanitäre Bewegung, die als Plan für einen maritimen Konvoi vorgeschlagen wurde, um Hilfsgüter nach Kuba zu liefern. Hintergrund ist eine schwere humanitäre und wirtschaftliche Krise, die Anfang 2026 durch die USA verursacht wurde.
Die Vereinten Nationen warnen, dass Kuba an den Rand eines bevorstehenden humanitären „Zusammenbruchs“ gedrängt wurde. Dazu Nuestra América Convoy: „Unsere Leitprinzipien bleiben unverändert: präsent zu sein, zu unterstützen und auf der Grundlage von Zusammenarbeit, Respekt vor dem Völkerrecht und den Werten der UN zu handeln.“
Die Initiative war zunächst lediglich als Flottille geplant, wurde jedoch später zu einer global koordinierten Mission ausgeweitet, die die Lieferung humanitärer Hilfsgüter auf dem Luft-, Land- und Seeweg umfasst. Die Ankunft in Havanna ist für den 21. März 2026 vorgesehen. Wir sind solidarisch mit Nuestra América Convoy!